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Die Bauchspeicheldrüsenentzündung

Für die Aufspaltung der Nahrung und deren Aufnahme durch die Darmwand und Verwertung der Futterbestandteile benötigen wir viele verschiedene Enzyme. Diese werden größtenteils in Leber und Bauchspeicheldrüse gebildet und gespeichert, anschließend über die Gallenblase und andere Ausführungsgänge in den Darm abgegeben. Dabei ist der Pankreas (= Bauchspeicheldrüse) das Hauptverdauungsorgan für die ankommenden Fette.

Durch fettreiche bzw. falsche Ernährung, genetische Veranlagung, hormonelle Fehlfunktion, stumpfes Trauma und/oder vorausgegangene Medikamente kann es zu einer Pankreatitis (= Bauchspeicheldrüsenentzündung) kommen. Sie führt zu einer Fehlfunktion des Organs und daraus resultierender mangelhafter Fettverdauung. Bei der Katze spielen Infektionen als Ursache eine große Rolle.

 

Betroffen sind meist Tiere mittleren und höheren Alters. Gehäuftes Auftreten findet man bei Schnauzern, Yorkshire Terriern und Pudeln, möglicherweise auch bei Siamkatzen. Die Hunde werden vorgestellt mit Erbrechen und Durchfall und manchmal auch Fieber, zeigen Schwäche und massive Bauchschmerzen, sind appetitlos und ausgetrocknet. Bei Katzen verläuft die Erkrankung meist unscheinbarer: Die Tiere magern ab, können Erbrechen und Gelbsucht zeigen.

 

Bei der Blutuntersuchung zeigt sich unter Anderem eine Erhöhung der Leberenzyme und Cholesterinwerte und Entzündungszellen. Röntgenaufnahmen und Ultraschalluntersuchung können mit zur Diagnosestellung herangezogen werden. Mittlerweile gibt es einen spezifischen Bluttest, der die krankhafte Veränderung eines bestimmten Fettverdauungsenzyms – die sogenannte pankreasspezifische Lipase - und damit relativ sicher die Pankreatitis nachweist.

 

Katzen mit einer solchen Entzündung leiden häufig gleichzeitig an einer Leber- oder Darmerkrankung. Das Behandlungsprinzip besteht als Erstes aus der Zuführung von Flüssigkeit in Form von intravenösen Infusionen und einer kurzzeitigen Nahrungskarenz. Schmerzmittel, Medikamente gegen das Erbrechen, magensäurehemmende Mittel und die eventuelle Gabe von Antibiotika folgen. Wichtig beim Hund ist die Umstellung auf fettarmes Futter – auch noch Tage/Wochen nach der Besserung.

 

Die Genesung dauert oft lange; es kann zu Rückschlägen und intermittierenden Episoden von schweren Krankheitsschüben kommen. Wichtig ist, bei kleinsten Anzeichen von Rezidiven sofort den Tierarzt aufzusuchen. Der Pankreas ist ebenfalls verantwortlich für die Produktion des Hormons Insulin. Falls es auch zu Schädigungen in dieser Region kommt, kann sich ein Diabetes mellitus entwickeln, der entsprechend mit behandelt werden muss.