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Die Leishmaniose breitet sich bei uns aus

Ursprünglich kam die Erkrankung LEISHMANIOSE hauptsächlich in südlichen Ländern vor. Man sagt, dass ca. 90% aller Hunde auf Mallorca mit dem Erreger befallen sind, jedoch nur 5% daran erkranken. Auch der Mensch und die Katze können sich infizieren.

Durch den zunehmenden Tiertransport (Tierschutz, Urlaub) und die Klimaveränderungen hat der Erreger mittlerweile auch bei uns Einzug gehalten, so dass immer mehr Hunde in Deutschland von der Krankheit betroffen sind.

 

Die Leishmanien-Erreger werden von der so genannten „Sandmücke“ Phlebotomus übertragen. Die Mücke trägt diesen Namen, weil sie gerade mal so groß ist wie ein Sandkorn. Die Übertragung findet in erster Linie zu den Mückenflugzeiten statt, also von Sonnenuntergang bis -aufgang. Die Insekten benötigen einige Zeit für ihren Steckakt, so dass hauptsächlich schlafende Tiere befallen werden.

 

Eine Infektion mit dem Parasiten führt nicht zwangsläufig zur Erkrankung. Das Immunsystem des Wirtes ist sehr wohl in der Lage, den Erreger nach Eintritt zu eliminieren oder zumindest Gefahr bannend im Körper in Schach zu halten. Das funktioniert jedoch nur so lange, wie das Immunsystem des Betroffenen intakt ist. Stress (Transport), Krankheiten oder zunehmendes Alter können dieses schwächen und damit die Leishmaniose zum Ausbruch bringen.

 

Man unterscheidet zwischen der lokalen und viszeralen Form. Die lokale Hautform verläuft eher mild, heilt meist von selber wieder aus und betrifft vor allem den Menschen im südlichen Europa. Die viszerale Organform kann vielfältige Symptome hervorrufen – je nachdem, welche Organe betroffen sind. So kann es zu Abmagerung, Schwäche, Fieber, vergrößerten Lymphknoten, schlecht heilenden Wunden, Haarausfall, übermäßigem Krallenwachstum, Nasenbluten, Leber- und Nierenausfallserscheinungen, Augenschädigungen und mehr kommen.

 

Die Diagnose findet anhand der klinischen Symptome und einer Blutuntersuchung statt, manchmal auch durch Probenmaterial aus Knochenmark oder Lymphknoten. Im Falle eines positiven Befundes wird – je nach Stadium der Erkrankung – eine entsprechende Behandlung mit Tabletten (zur Immunstärkung) oder mehrtägigen Injektionen (zur Erreger-Minimierung) durchgeführt.

 

Seit wenigen Jahren gibt es in einigen europäischen Ländern ein neuartiges, besser verträgliches Präparat, welches einen Monat lang oral verabreicht werden muss. Es existiert jedoch kein Mittel, was den Erreger zuverlässig tötet und damit dauerhaft aus dem Körper eliminiert. Der Behandlungserfolg sollte regelmäßig anhand von Blut- und Urinuntersuchungen kontrolliert werden. Die Prognose ist stark abhängig vom Schweregrad der Erkrankung.

 

Seit neustem ist eine Impfung auf dem Markt, die - nach negativem Bluttest – mehrmals verabreicht werden muss; es kommt dabei relativ häufig zu Nebenwirkungen. Bei Reisen ins warme Ausland sollten prophylaktisch entsprechende Halsbänder oder Spot-on-Präparate eingesetzt werden, welche die Mücken vom Wirt fernhalten. Zudem sind die Mückenzeiten zu meiden, und der Hund sollte nachts drinnen schlafen.