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Die Leptospirose

Eine alte Krankheit auf neuen Wegen... Das Leben auf der Erde unterliegt ständigen Veränderungen. Auch Krankheiten und deren Erreger passen sich den wechselnden Verhältnissen an.

Man denke dabei an die Resistenzen vieler Keime gegenüber Antibiotika oder die genetische Variabilität eines Virus (siehe Vogelgrippe). Auch die Leptospirose zählt zu den sich gewandelten Erkrankungen und ist weltweit verbreitet. Sie ist doppelt gefährlich, da sie als Zoonose auch den Menschen befallen kann. Deshalb ist der Schutz des Hundes durch Impfung auch gleichzeitig eine Krankheitsvorsorge für den Menschen. Der Erreger ist ein schraubenförmiges Bakterium.

 

Früher wurden die meisten Krankheitsausbrüche beim Hund durch Leptospira icterohaemorrhagiae und Leptospira canicola verursacht. Durch den Einsatz von entsprechenden Impfstoffen nahm die Infektionsrate im Laufe der letzten Jahrzehnte merklich ab. Inzwischen sind aber andere Untergattungen aufgetaucht, gegen welche die bis dato übliche Impfung keinen Schutz bietet. Aus diesem Grund gibt es seit kurzem eine neue Impfstoffvariante auf dem deutschen Markt, die diesen Umstand berücksichtigt und weitere Leptospirentypen enthält.

 

Wildtiere (z. B. Ratten) dienen als Reservoir von Leptospiren und werden von diesen durch Bisse oder Urin übertragen. Am häufigsten findet die Infektion über Wasserkontakt statt. Der Erreger ist besonders im Spätsommer in stehenden Gewässern (Pfützen) oder langsam fließenden Seen zu finden, so dass vor allem badende Hunde infiziert werden. Der Eintritt erfolgt über die Haut oder Schleimhäute; die Ausscheidung über den Urin.

 

Im Körper vermehren sich die Bakterien hauptsächlich in Niere und Leber, wodurch es zu entsprechenden Symptomen kommt wie Nierenversagen, Gelbsucht und Blutungen. Im fortgeschrittenen Stadium können auch das Zentrale Nervensystem und die Augen betroffen sein.  Die Krankheit kommt bei Hunden jeden Alters vor, junge Hunde erkranken aber am schwersten. Sie kann klinisch unauffällig oder dramatisch akut verlaufen.

 

 

Die Diagnose wird mittels Blut- und Urinuntersuchung im Labor gestellt. Neben der entsprechenden symptomatischen Behandlung müssen verschiedene Antibiotika über mehrere Wochen verabreicht werden. Dennoch kann der Erreger meist nicht vollständig aus dem Körper eliminiert werden: Nur etwa die Hälfte aller Tiere überlebt die Behandlung, andere entwickeln eine fortdauernde chronische Nierenentzündung. Beim Umgang mit infizierten Hunden sind besondere Vorsichts- und Desinfektionsmaßnahmen zu ergreifen, damit das Risiko für eine Übertragung auf den Menschen minimiert wird.