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Schilddrüsen-Überfunktion bei Katzen

Schilddrüsen-Überfunktion: Die häufigste hormonelle Störung bei der Katze. Die Schilddrüse ist paarig angelegt und liegt beidseits unterhalb der Luftröhre. Sie schüttet das Schilddrüsenhormon Thyroxin aus, welches viele wichtige Vorgänge im Körper steuert.

Im Gegensatz zum Hund neigen unsere Katzen eher zu einem Hormonüberschuss (=Hyperthyreose), bedingt durch eine Überproduktion oder Vergrößerung des Organs. Die Krankheit ist mittlerweile zur wichtigsten hormonellen Störung unserer kleinen Haustiere geworden und tritt immer häufiger auf.

 

Dies liegt einerseits an der zunehmenden Erkrankungshäufigkeit (als Ursache werden u.a. Jodschwankungen im Futter diskutiert), andererseits an der vermehrten Diagnostizierung durch Tierärzte.

 

Die Erkrankung kommt bei Katzen mittleren bis höheren Alters vor; die Schwere der Symptome variiert in Abhängigkeit von der Erkrankungsdauer. Die Tiere werden meist auffällig aufgrund von Abmagerung trotz vermehrter Nahrungsaufnahme; manche haben einen derart unstillbaren Appetit und fressen jegliches Futter mit einer rasanten Geschwindigkeit, sodass sie es sogleich wieder erbrechen.

 

Gleichzeitig können vermehrtes Trinken/Pinkeln, Durchfall und Haarkleidveränderungen (stumpfes und/oder schütteres Fell) auftreten. Die Herzfrequenz ist deutlich erhöht und man kann oftmals den kräftigen Herzstoss am Brustkorb mit der Hand fühlen. Die Tiere sind unruhig und hyperaktiv.

 


Zur eindeutigen Diagnose sollte eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, am besten im nüchternen Zustand. Dabei werden zumindest das Thyroxin (T4) und die Leberenzyme bestimmt. Bei einer Hyperthyreose kommt es vielfach auch zu mittelmäßigen Erhöhungen der Leberwerte, die jedoch nach Behandlung der Grunderkrankung wieder Normalwerte erreichen.

 


Die Behandlung erfolgt durch einen Wirkstoff, welcher die Synthese des Schilddrüsenhormons blockiert. Die Substanz in Tablettenform sollte 2x täglich verabreicht und der Bluthormonspiegel nach 4-6 Wochen nachkontrolliert werden. Eventuell muss die Medikamentendosierung individuell angepasst werden; Blutkontrollen in regelmäßigen (halbjährlichen) Abständen sind wichtig.

 

Selten auftretende Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Trägheit und Hautausschlag klingen im allgemeinen spontan wieder ab. Die Krankheitssymptome verbessern sich innerhalb weniger Wochen und können - je nach Schweregrad der Erkrankung - wieder komplett zurückgehen. Die Therapie muss meist lebenslang durchgeführt werden.