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Wie entstehen Durchfall und Erbrechen?

Durchfall (= Diarrhoe) ist charakterisiert durch eine Zunahme des Wassergehaltes im Kot, durch erhöhtes Kotvolumen und gesteigerten Kotabsatz...

Dies kann einerseits geschehen durch ungenügende Verdauung und dadurch bedingte osmotische Wasserbindung im Darm (Maldigestion). Oder durch Zerstörung der Darmoberfläche durch Parasiten und damit unzureichende Aufnahme der Nahrung (Malabsorption). In beiden Fällen kommt es zu Abmagerung, chronischen Durchfällen bei unstillbarem Hunger, stumpfem Fell, voluminösen gelblich-fettglänzenden und übel riechenden Stühlen.

 

Der akute wässrige Durchfall (= Diarrhoe) wird dagegen oft durch Bakterien, Viren oder chemische Substanzen ausgelöst, welche zu einer vermehrten Wasserabgabe ins Darminnere führen. Als Begleitsymptome  treten Gewichtsverlust und teilweise Fieber auf. Diätfehler – wie plötzlicher Futterwechsel, zu kaltes Futter, zu viele oder schwerverdauliche Kohlenhydrate – können Kotkonsistenzänderungen auslösen.

Auch Krankheiten anderer Organe (Leber, Bauchspeicheldrüse, Niere, Herz) kommen als Ursache für Durchfall vor. Bei vom Dünndarm ausgehenden Diarrhoen ist das Kotvolumen erhöht und es werden häufig Blähungen und Darmgeräusche beobachtet. Ist dagegen der Dickdarm betroffen, so kommt es zu häufigerem Kotabsatz (>4x/Tag) und breiig-geleeartigem Kot mit Schleim und/oder frischen Blutbeimengungen.

 

Das Erbrechen (=Vomitus) ist ein komplexer zentral gesteuerter Reflex. Es dient als Schutzfunktion zur Magen-/Darmentlastung und als physiologische Funktion der Fütterung der Welpen. Pferde, Nagetiere und Kaninchen können nicht erbrechen! Der Vorgang des Erbrechens beginnt mit der Übelkeitsphase, die durch Unruhe, vermehrtes  Speicheln, Belecken der Lippen und Schluckbewegungen charakterisiert ist. Darauf folgt die Phase des Würgens mit eventuellem Schreien bei der Katze. Die eigentliche Entleerung des Mageninhaltes erfolgt durch rhythmische Bewegungen der Bauchmuskulatur und wird manchmal begleitet von glucksenden Geräuschen.

 

Im Gegensatz zum Erbrechen wird beim Regurgitieren in der Speiseröhre liegen gebliebenes oder aufgestautes Futter passiv herausgebracht. Kurzzeitiges Erbrechen ist meist harmlos und dient der Beseitigung von Mageninhalt (Unrat, Haarballen, unverträgliches Futter). Anhaltendes oder häufiges (mehr als 2x tägliches) Erbrechen führt oft zu Allgemeinstörungen, Appetitlosigkeit und Elektrolytmangel und sollte unbedingt vom Tierarzt behandelt werden. Die Ursachen sind mannigfaltig: Infektionen, Parasiten, Entzündungen, Verstopfungen, Vergiftungen, Allergien, Epilepsie, Reisekrankheiten, Schmerzen – um hier nur einige zu nennen.

 

Sowohl beim Durchfall als auch beim Erbrechen ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust rechtzeitig durch Infusionen auszugleichen. Medikamente zur Magen- und Darmberuhigung sollten verabreicht und die Ursachen bzw. Grundkrankheit behoben werden.