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Reaktion der Haut bei Futtermittel-Allergien

Sowohl flächen- als auch gewichtsmäßig ist die Haut mit etwa 15-20 % des Körpergewichts unser größtes Organ.

 Sie dient als Kontakt- und Sinnesorgan und beherbergt viele verschiedene Rezeptoren für Temperatur, Schmerz, Druck und Dehnung. Gleichzeitig kann sie Ausdruck von inneren oder hormonellen Störungen sein. So zeigt die Haut allergische Reaktionen, obwohl das auslösende Element nicht über die Außenhaut, sondern über die Schleimhaut im Darm aufgenommen wurde.

 Futtermittel-Allergien nehmen auch bei unseren Haustieren zu. Die Krankheit beginnt meist in jungen Jahren und dauert ein Leben lang. Manche Rassen, wie beispielsweise der West-Highland-White-Terrier, der Boxer oder der Schäferhund sind besonders anfällig. Das Hauptsymptom ist starker Juckreiz. Verursacht durch das permanente Kratzen und der dadurch eintretenden Krankheitskeime verschlimmert sich die Entzündung. Die anfänglich oberflächliche Erkrankung dehnt sich nun auf mehrere Hautschichten aus. Es gibt typische Verteilungsmuster, wobei nicht alle Regionen betroffen sein müssen: Beim Hund sind es häufig Ohren, Pfoten, Achseln und Innenschenkel, während bei Katzen eher die Lippen, Schläfen und der Unterbauch betroffen sind.

 Häufig kommen noch Magen-Darm-Symptome (Erbrechen, Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen) hinzu. Dabei reagiert der Körper nicht auf das gesamte Futtermittel, sondern auf einzelne Inhaltsstoffe. Meist sind es Unverträglichkeiten gegenüber Proteinen (Rind, Fisch, Milchprodukte, Soja), Kohlenhydraten (Weizen, Mais) und selten Farbstoffen. Diese Bestandteile werden heutzutage viel in Fertigfuttermitteln verwendet, so dass der Organismus bereits mehrfach Kontakt mit dem Antigen hatte. Manchmal hilft schon die Umstellung auf ein Futter mit selten verwendeten Komponenten - wie Wild, Strauß und Süßkartoffel. Alternativ kann eine hydrolysierte Spezialnahrung gefüttert werden, bei der sämtliche Eiweißbausteine biochemisch in kurze Ketten zerteilt wurden. Dadurch erkennt das Immunsystem die Substanzen nicht mehr und greift sie folglich auch nicht an.

 Allergietests im Blut eignen sich nicht zur Diagnosestellung. Sie können aber helfen, eine entsprechende Eliminationsdiät - sei es als Fertigfutter oder selbstgekochte Ration - zusammenzustellen, bei der bestimmte Inhaltsstoffe bevorzugt bzw. gemieden werden. Über einen Zeitraum von acht Wochen muss diese Nahrung konsequent gefüttert werden, ehe sich die Hautsymptome deutlich vermindern. Während dieses Zeitraums dürfen Leckerlis oder  aromatisierten Tabletten nicht verfüttert werden. Es versteht sich von selbst, dass Essenreste vom Tisch oder evtl. von der Straße absolut tabu sind. Um Zufallsheilungen auszuschließen, wird nach erfolgter Besserung eine sogenannte Provokationsdiät durchgeführt. Dabei wird wiederum das ursprüngliche Futter verabreicht, um somit die Krankheit erneut zu provozieren.