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Wie impfe ich meinen Hund richtig?!

Die Ständige Impfkommission Veterinär gibt regelmäßig „Leitlinien zur Impfung von Kleintieren“ heraus. Darin steht, wann und wie oft unsere Haustiere geimpft werden sollten.

Diese Richtlinien werden immer wieder aktualisiert, da es durch Neuentdeckungen und Erregerveränderungen zu Anpassungen der Impfstoffe und deren Verabreichungsintervallen kommt.

Impfungen sind nach wie vor zu empfehlen. Denn mindestens 60% einer Population müssen geimpft sein, damit getilgte Krankheiten und Seuchenzüge nicht wieder auftreten. Gerade in Osteuropa wird wenig geimpft, was zu deutlich mehr kranken Tieren und der Einschleppung von Erregern nach Deutschland führt.

Man unterscheidet die Pflicht-Impfstoffe (=Core-Vakzine) von den Wahlimpfstoffen (=Non-Core-Vakzine). Erstere richten sich gegen Erreger, vor denen das Individuum zu allen Zeiten geschützt sein muss. Dazu zählen beim Hund die Tollwut, Hepatitis, Staupe, Parvovirose und Leptospirose.

Am wichtigsten ist die so genannte Grundimmunisierung. Hierbei finden mehrere Impfungen im 1. Lebensjahr statt, um einen ausreichenden Basisschutz zu gewährleisten - ähnlich wie beim Menschen. Danach werden sie in bestimmten Abständen wiederholt, was man als Impfauffrischung bezeichnet.

Bis zu einem Alter von 8 bis maximal 12 Wochen ist der Welpe noch durch die mütterlichen Abwehrstoffe in der Milch gegen die meisten Krankheitserreger geschützt. Danach sollte man mit der Grundimmunisierung beginnen.

Es erfolgen drei kombinierte Impfungen gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose im Abstand von 3 bis 4 Wochen - idealerweise in der 8., 12. und 16. Lebenswoche. Die Wiederholung findet im 15. Lebensmonat und dann maximal alle 3 Jahre statt.

Bei der Leptospirose genügen zwei Verabreichungen und danach jährliche Wiederholungen. Bei Hunden, die viel im Wald und Wasser unterwegs sind, wird eine halbjährliche Impfung empfohlen. Seit 2013 ist ein neuer Impfstoff gegen zwei neue Leptospiren-Stämme auf dem Markt; alle Hunde sollten damit neu grundimmunisiert werden.

Deutschland ist seit 2008 tollwutfrei. Dennoch ist die Impfung sinnvoll, denn bei Tollwut-Verdacht müssen ungeimpfte Hunde eingeschläfert werden. Sie erfolgt ab einem Alter von 12 Lebenswochen; der offizielle Schutz tritt 21 Tage später ein. Seit einiger Zeit dürfen Welpen aus dem Ausland nur noch geimpft einreisen, d. h. sie müssen mindestens 15 Wochen alt sein; dies ist beim Kauf zu beachten. Empfohlen werden Nachimpfungen nach einem und 12 Monaten, danach alle 2 bis 3 Jahre - je nach Hersteller.

Wahlweise kann der Hund noch gegen Borreliose, Zwingerhusten und Herpesviren geimpft werden.

Die Borrelien werden durch Zecken übertragen, jedoch schützt der aktuelle Impfstoff nicht gegen alle Erregervarianten. Impfungen sollten im Alter von 12 und 16 Wochen sowie 9 und 15 Monaten erfolgen, danach mindestens jährlich - am besten im Frühjahr vor der Zeckensaison.

Die Zwingerhusten-Impfung in der 8. und 12. Lebenswoche ist sinnvoll für Tiere, die in Großhaushalten/Tierheimen leben oder in Pensionen/auf Ausstellungen gehen.

Herpesviren spielen eine Rolle in der Zucht. Geimpft werden Hündinnen während der Läufigkeit bzw. eine Woche nach dem Deckakt und erneut kurz vor der Geburt.