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Die Zecke als Überträger der Babesiose

Im Zuge des Klimawandels und fortschreitender Globalisierung breiten sich auch immer mehr Krankheiten aus den (sub-)tropischen Gefilden bei uns aus. Häufig als Überträger verantwortlich sind Ektoparasiten – wie Mücken und Zecken –, deren Lebensräume sich in den letzten Jahren vom Mittelmeer weiter nach Norden ausgedehnt haben.

Zu eben solchen gehören die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Sie übertragen u.a. die sogenannte Babesiose beim Hund, auf die ich weiter unten näher eingehen möchte.

 

Der bei uns heimische Holzbock (Ixodes ricinus) ist ganzjährig bei Außentemperaturen von mehr als 10°C aktiv. Von ihm werden dagegen Krankheiten wie die Borreliose, Ehrlichiose und Anaplasmose übertragen, die an anderer Stelle besprochen werden.

 

Es existieren verschiedene Arten von Babesien, die man aufgrund ihrer Größe in kleine und große Babesien unterscheidet. Der Erreger wird beim Stich der Zecke über deren Speichel auf das Säugetier übertragen. Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch von Krankheitssymptomen beträgt 1-3 Wochen. Die Babesien befallen die roten Blutkörperchen des Wirtstieres, zerstören diese und verursachen dadurch eine Blutarmut. Erkrankte Tiere zeigen hohes Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Im weiteren Verlauf kommt es zu Lähmungen, Gelbsucht, dunkel verfärbtem Urin und Nierenversagen.

 

In gefährdeten Gebieten werden Hunde bereits im Welpenalter infiziert, wobei der Verlauf milder und chronisch verläuft. Aus anderen Gegenden eingeführte Tiere (z.B. bei einer Reise) erkranken jedoch schwer und die akute Infektion verläuft unbehandelt meist tödlich.

 

Die Diagnose durch den Tierarzt erfolgt anhand der Vorgeschichte (Zeckenbefall) und den typischen Symptomen im Zusammenhang mit speziellen Nachweisverfahren im Blut. Die Behandlung erfolgt mit einem – in Deutschland nicht erhältlichen – Spritzenmedikamentes und symptomatisch, je nach Befinden des Patienten.

 

Wichtig sind Prophylaxemaßnahmen, wie der Parasitenschutz am Tier durch Spot-on-Präparate. Regelmäßige Zeckenkontrollen und deren sofortige Entfernung sind ratsam, denn die Übertragung des Erregers findet meist erst nach mehr als 12 Stunden des Saugaktes statt. Impfungen (mit nicht unerheblichen Nebenwirkungen!) sind bis dato nur im europäischen Ausland zugelassen.