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Zecken: Nur lästig oder gefährlich?

Zecken haben zurzeit wieder Hochkonjunktur und als Hundebesitzer kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Zeckenplage von Jahr zu Jahr schlimmer wird.

Nicht nur, dass die Plagegeister einfach lästig für unsere Haustiere sind und lokal für schwere Entzündungen sorgen, sie können auch schwerwiegende Infektionskrankheiten übertragen. So gibt es verschiedene Bakterienarten wie Ehrlichien, Rickettsien und Anaplasmen, die beim Zeckenbiss übertragen werden können.

 

Diese Bakterien können z.B. zu unspezifischen Symptomen wie Fieber, Durchfall oder auch Gelenksentzündungen mit Lahmheiten führen. Insbesondere die Anaplasmose kann unbehandelt sehr schwer verlaufen und sogar zum Tode führen.

 

Auch Einzeller wie Babesien können durch den Zeckenbiss übertragen werden. Hier tritt bei den befallenen Hunden eine gefährliche Blutarmut auf. Die Hauptzahl der genannten Krankheiten kommt in unserem gemäßigten Klima eher seltener vor, die Krankheitshäufigkeit nimmt aber durch die zunehmend heißeren Sommer zu. Grund genug also nach Zeckenbissen  wachsam zu sein, oder besser Zeckenbisse durch geeignete Vorbeuge zu verhindern.

 

Eine bei uns sehr verbreitete Hundekrankheit, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird, ist die Borreliose. Verantwortlicher Erreger der Borreliose ist das Spiralbakterium Borrelia Burgdorferi.  Glücklicherweise entwickelt der Großteil der Hunde, die Zeckenkontakt hatten, keine Borreliose. Dies liegt zum einen daran, dass nicht alle Zecken Borrelienträger sind und zum anderen an der individuell unterschiedlichen Immunkompetenz der befallenen Hunde.

 

Erkrankten Vierbeiner zeigen hauptsächlich Schwächesymptome und Entzündungen mehrerer Gelenke, die mit Lahmheit einhergehen. Auch Fieber und Lymphknotenschwellungen sind nicht selten. Was können sie nun als verantwortungsbewusster Hundebesitzer tun, um ihren Liebling vor einer Infektion mit Borrelien zu schützen?

 

Wenn ihr Hund von einer Zecke gebissen wurde sollten sie die Zecke mit einer geeigneten Zeckenzange (gibt´s im Fachhandel) schnellstmöglich entfernen, da die Borrelien erst nach 2-3 Tagen von der Zecke auf den Hund übertragen werden. Wichtig beim Entfernen ist, dass sie dieses vorsichtig tun, um die Beisswerkzeuge der Zecke in der Wunde nicht abzureißen. Dies kann zu lokalen Entzündungen führen. Um dem Zeckenbefall vorzubeugen gibt es im Fachhandel oder auch beim Tierarzt erhältliche „Flohhalsbänder“ oder auch Medikamente die im Spot On- Verfahren auf die Haut im Nackenbereich der Tiere geträufelt werden.

 

Diese Maßnahmen schützen, wenn regelmäßig verwendet, recht gut vor Zeckenbefall. Einen 100%igen Schutz können sie jedoch nicht erwarten. Deshalb sollten sie ihren Hund zusätzlich jeden Tag auf Zecken absuchen. Was ist zu tun, wenn sie den Verdacht haben, dass ihr Hund unter Borreliose leidet? Hier sollte sie der erste Gang auf jeden Fall zum Tierarzt führen! Durch Blutuntersuchungen kann die Erkrankung recht gut diagnostiziert werden. Auch die Therapie sollten sie dem Tierarzt überlassen.