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Zecken und die Anaplasmose auf dem Vormarsch

Aufgrund des Klimawandels und der zunehmenden Globalisierung breiten sich immer mehr Krankheiten aus dem südlichen Europa bei uns aus. Durch den Hundetourismus sind auch einige Zeckenarten auf dem Vormarsch, wie die braune Hundezecke.

Durch den milden Winter haben viele dieser Ektoparasiten in der Außenwelt überlebt und vermehren sich nun rasant. Der gemeine Holzbock kommt mit Abstand am häufigsten in Deutschland vor. Er überträgt unter anderem das Bakterium „Anaplasma phagocytophilum“, welches die so genannte Anaplasmose auslöst. Sie tritt regional unterschiedlich häufig auf - zum Teil auch in Kombination mit anderen Zecken-Überträgerkrankheiten, wie die Borreliose.

 

Betroffen sind in erster Linie Hunde, aber in seltenen Fällen können auch Katzen und der Mensch infiziert werden. Die Erkrankung häuft sich während der Zeckensaison zwischen April und September. Über den Speichel der Zecke werden die Erreger innerhalb von 24-48 Stunden nach dem Biss übertragen; bis zum Ausbruch der Erkrankung können 1-2 Wochen vergehen. Die Anaplasmen befallen die Blutzellen und breiten sich dadurch im ganzen Körper aus. Es kommt zu unspezifischen Krankheitssymptomen, wie Lethargie, Fieber, Fressunlust, Schwäche, blasse Schleimhäute, aber auch Lahmheiten, steifer Gang und Erbrechen/Durchfall.

 

Die Diagnose wird mittels einer speziellen Blutuntersuchung gesichert. Die Therapie ist relativ einfach: Das entsprechende Antibiotikum wird über einen Zeitraum von 2-4 Wochen verabreicht; hinzu kommt die symptomatische Behandlung der einzelnen Krankheitszeichen. Es ist jedoch fraglich, ob der Erreger wieder vollständig aus dem Körper eliminiert werden kann oder ob es zu einem dauerhaften Trägerstatus kommt.

 

Eine Impfung existiert nicht. Daher sind die rechtzeitige Prophylaxe durch Antiparasitika mit zuverlässiger Abwehr (Spot-on-Präparate, Halsbänder) und das regelmäßige „Absammeln“ von anhaftenden Zecken nach jedem Spaziergang der beste Schutz. Dabei sollte der Zeckenkörper weder gequetscht noch abgerissen werden, sondern durch sachtes Drehen in eine Richtung (Rechts oder links herum ist egal, denn Zecken haben kein Gewinde!) mitsamt den Mundwerkzeugen aus der Haut herausgelöst werden. Desinfizierende Salben können eventuell verhindern, dass es zu einer lokalen Entzündungsreaktion kommt.