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5 Mythen über Hunde und deren Haltung

 1. Mischlinge sind gesünder als Rassehunde

  • Stimmt größtenteils, denn viele Rassehunde sind auf bestimmte begehrte Merkmale hin gezüchtet worden, die nicht unbedingt förderlich für ihre Gesundheit sind. Als Beispiele sind zu nennen: Schäferhunde mit ihrer leicht abfallenden Rückenlinie, die oft zu Fehlbildungen und Arthrosen im Hüftgelenk führt. Manche Collies weisen einen MDR1-Gendefekt auf, der sie bestimmte Medikamente schlechter abbauen und ins Gehirn übergehen lässt, wo sie dann giftig wirken und zu Ausfallserscheinungen führen können.

 

2. Hunde wissen genau, wenn sie was falsch gemacht haben. Frauchen/Herrchen kommen nach Hause und sehen, dass ihr Liebling in die Wohnung gepinkelt hat. Gleichzeitig beobachten sie, dass er sich schuldbewusst in eine Ecke verkrümelt und den Schwanz eingezogen hat. Sie denken nun, dass das Tier sich seiner falschen Handlung bewusst ist und Reue zeigt.

  • Falsch, denn Hunde haben nur ein Verknüpfungsgedächtnis von einer Sekunde. Nur wenn während dieser Zeit eine Belohnung/Bestrafung stattfindet, können sie es mit der eigentlichen Handlung in Verbindung bringen. Im Falle des heimkehrenden Tierbesitzers merkt der Hund anhand der Mimik, des Verhaltens und Adrenalinspiegels seines Herrchens, dass Wut und Ärger im Anmarsch sind und verkriecht sich deshalb vorsichtshalber.

 

3. Es ist völlig normal, dass Hunde mit zunehmendem Alter müder und träger werden

  • Stimmt nicht immer! Der körperliche Abbau im Laufe des Lebens führt zwar dazu, dass Hunde sich weniger bewegen wollen und können. Aber nicht immer ist das Alter für diese eingeschränkte Beweglichkeit und Aktivität verantwortlich. Auch viele Krankheiten führen zu einem reduzierten Allgemeinbefinden, was dann oft nicht ernst genommen wird. Deshalb sollten in der 2. Lebens-hälfte regelmäßige Tierarztbesuche und routinemäßige Blutuntersuchungen durchgeführt werden.

 

4. Die Häufigkeit und Ausprägungen von Allergien nehmen immer weiter zu

  • Stimmt! Ähnlich wie beim Menschen reagieren auch unsere Hunde zunehmend auf äußere Umgebungsreize mit überschießenden Immunreaktionen. Die genauen Gründe hierfür kennt man nicht; eine reizarme Umgebung im Welpenalter und genetische Veranlagung sind mögliche Einflussfaktoren. So kommt es immer häufiger zu Futtermittelunverträglichkeiten und Flohspeichel-/Milbenallergien.

 

5. Möpse und Bulldoggen schnarchen, weil sie so große Kulleraugen haben

  • Falsch! Oben genannte Rassen sind so beliebt, weil sie das Kind'schen Schema verkörpern: Überproportional große Augen und Kopf wie bei einem Baby. Mit diesen Merkmalen sind oft weitere Zuchteigenschaften verknüpft - wie die Stupsnase. Diese ist verkümmert und verengt; kann ihre Aufgabe der Thermoregulation nicht richtig wahrnehmen. Die Luft beim Ein- und Ausatmen muss aufgrund der Enge viel mehr Widerstand überwinden, wodurch es zu Atemgeräuschen und -problemen bis hin zur Atemnot bei Aufregung oder Hitze kommt.