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Trocken- und Feuchtfutter

Tierfutter müssen nach gesetzlichen Vorschriften standardisierte Angaben über die Inhaltsstoffe enthalten. Diese Angaben sollen es Herrchen und Frauchen erleichtern, Ihre Hunde und Katzen bedarfsgerecht zu füttern. Soweit die Theorie.

Die Praxis sieht leider anders aus, da die Angaben auf den Verpackungen zum Teil recht verwirrend gestaltet sind. Allgemein unterscheidet man zwischen Allein-, Ergänzungs- und Mineralfuttern.

 

Alleinfuttermittel werden als Feuchtfutter oder als Trockenfutter in unterschiedlichster Form (Peletts, Flocken, etc.) angeboten. Alleinfuttermittel sind so zusammengestellt, dass Sie bei richtiger Fütterung bedarfsdeckend zu bestimmten oder allen Phasen des Lebenszyklus sind und enthalten Angaben zur Deckung des Nährstoffbedarf. Neben Fütterungsempfehlungen sind dazu die Inhaltsstoffe in Form von Rohasche (v.a. Mineralstoffe), Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Feuchtigkeit (bei Feuchtfuttern) angegeben.

 

Darüber hinaus sind Alleinfuttermitteln in der Regel verschiedene Zusatzstoffe wie Vitamine und Spurenelemente zugesetzt. Die Verfütterung von speziellen Ergänzungs- und Mineralfuttern kann bei Mangelzuständen erforderlich sein, hier sollte jedoch eine fachkundige Beratung in Anspruch genommen werden.

 

Was sagen einem nun die einzelnen Begriffe auf den Etiketten? Der Begriff Rohasche bezeichnet vor allem die mineralischen Bestandteile des Futters, während unter Rohfaser unverdauliche Futterkomponenten wie beispielsweise Cellulose verstanden werden, die eine Art Ballstoffwirkung im Verdauungstrakt erzielen. Da die Angaben zu Rohprotein und Rohfett lediglich deren prozentualen Anteil am Futter angeben, lassen sich über die Angaben auf dem Etikett keine direkten Rückschlüsse auf die Qualität des Futters oder dessen Verdaulichkeit treffen.

 

Neben der eigentlichen Etikettierung ist es für die Beurteilung der Qualität eines Tierfutters also wichtig, ergänzende Informationen zu erhalten. Diese können Sie sich sehr leicht über das Internet beschaffen. Wichtig sind hier beispielsweise die Herkunft des Rohproteins, also ob es sich um tierische oder pflanzliche Proteine handelt und ob für die Herstellung Muskelfleisch oder minderwertige Schlachtabfälle verwendet wurden.

 

Auch die Art der Kohlenhydratkomponente ist von Wichtigkeit, da über diese die Verdaulichkeit des Futters sehr stark beeinflusst wird. Hier bestehen deutliche Unterschiede zwischen den Herstellern. Eine grobe Abschätzung der Verdaulichkeit des Futters ist in der Regel recht einfach, indem sie sich einen Eindruck darüber verschaffen „was hinten rauskommt“.

 

Sehr dünnbreiiger und häufiger Kotabsatz ist in der Regel nicht gewollt und spricht für eine zu leichte Verdaulichkeit des Futters. Was ist nun besser, ein Feucht- oder ein Trockenfutter? So pauschal kann man das nicht beantworten.  Aufgrund der großen Abpackungen sind Trockenfutter sicherlich einfacher zu handhaben und zu verfüttern als Feuchtfutter und meistens auch preiswerter.

 

Hier kann beispielsweise die zur Fütterung großer Hunde erforderliche beträchtliche Dosenanzahl zu leichten Transportproblemen und dementsprechend gestressten Besitzern führen. Ein weiterer Vorteil von Trockenfuttermitteln sind in der Regel eine höhere Energiedichte des Futters und Vorteile für die Zahngesundheit durch eine härtere Struktur des Futters. Für die Feuchtfutter sprechen als wichtigster Punkt für den Besitzer eine häufig bessere Schmackhaftigkeit.

 

Darüber hinaus nehmen die Tiere mit dem Feuchtfutter bedingt durch dessen hohen Wassergehalt, mehr Wasser auf als im Falle von Trockenfutter. Ganz allgemein verdeutlichen die verschiedenen Vorteile der unterschiedlichen Alleinfuttermittel, dass es nicht „das beste Futter“ für alle Hunde oder Katzen gibt. Jedes Tier benötigt ein individuell nach seinen Anforderungen ausgewähltes Futter.