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Hormonentgleisungen: Der Morbus Addison

In den 6 großen Drüsen unseres Körpers (Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Keimdrüsen, Nebennieren, Hirnanhangsdrüse und Hypothalamus) werden etwa 50 verschiedene Hormone gebildet und ins Blut abgegeben.

 Hinzu kommt die Produktion durch viele spezialisierte Zellen, so dass die geschätzte Anzahl aller Hormone wahrscheinlich im vierstelligen Bereich liegt.

 

Winzige Mengen eines solchen Botenstoffes reichen aus, um eine Wirkung zu erzielen. Es handelt sich um ein hochkomplexes und ausgewogenes System, welches alle unsere Körperfunktionen steuert. Der Organismus kann kurzfristige Schwankungen verkraften und ausgleichen, aber längerfristige oder extreme Ungleichgewichte bzw. Mangelsituationen führen zu ernsthaften Erkrankungen.

 

Auch in der Tiermedizin gibt es Krankheiten, die eher selten vorkommen und dadurch nicht so leicht diagnostiziert werden. Dazu gehört der Morbus Addison, der hauptsächlich bei jungen bis mittelalten Hündinnen auftritt. Es handelt es sich um den teilweisen oder totalen Ausfall der Hormonproduktion in den Nebennieren. Diese bilden Kortikoide, die für den Eiweiß-, Zucker- und Fettstoffwechsel im Körper verantwortlich sind.

 

Ausfallserscheinungen treten erst dann zutage, wenn mehr als 90% des produzierenden Gewebes zerstört ist. Oft bleibt die Ursache unerkannt; als Auslöser kommen Traumata, Infektionen, Tumore oder Autoimmunerkrankungen in Betracht. Die ersten Symptome - wie Lustlosigkeit, Appetitmangel, Abmagerung und leichte Ermüdbarkeit -  sind relativ unspezifisch. Oft geht die chronisch-fortschreitende Form durch Belastung oder Stress in eine akute Phase über.

 

Hierbei kommt es zu Herzstörungen, Funktionsausfällen des zentralen Nervensystems und der Nieren und bei Nichtbehandlung zu Kreislaufkollaps und Tod. Die „gegenläufige“ Erkrankung nennt man Morbus Cushing. Hierbei befinden sich zu hohe Mengen an Kortikoiden im Körper, was auf Dauer ebenso schädlich ist.

 

Der Hund wirkt lustlos, schläft viel und hechelt vermehrt. Es kommt zu diffusem Haarverlust; die Haut sieht pergamentartig aus. Der Bauchumfang nimmt zu. Auffällig sind gesteigerter Appetit und vermehrter Durst und Harnabsatz. Betroffen sind eher ältere Hunde, besonders Pudel, Teckel, Terrier, Beagle und Boxer.