Ratgeber » Hund » Gesundheit

Der Bandscheibenvorfall beim Hund

Im Prinzip unterscheidet sich die Anatomie des Menschen nicht wesentlich von dem unserer Haussäugetiere. Die Wirbelsäule erstreckt sich vom Kopf bis zum Steißbein/Schwanz und wird von einer unterschiedlichen Anzahl von Wirbelkörpern gebildet.

Diese sind durch knorpelige Bandscheiben (Singular = Diskus) voneinander abgegrenzt und dienen zur Federung des Rückens. Durch den mittigen Wirbelkanal verläuft das Rückenmark, welches Nervenabgänge in die verschiedenen Körperregionen entsendet.Diskopathie bedeutet Bandscheibenschaden.

 

Dieser kann durch Gewebealterung oder Traumata zustande kommen und zu Bandscheibenvorfällen führen. Dabei gelangt Diskusmaterial in den Wirbelkanal und drückt auf Nervenstränge, was zu enormen Schmerzen und Funktionsausfällen führt. Aufgrund der krankhaften Bewegungsmuster kann auf die Lokalisation des Schadens geschlossen werden.

 

Die endgültige Diagnose wird am besten mittels Kernspintomographie (MRT) gestellt.Beim Hund sind besonders die fehlproportionierten Zwergrassen (wie Dackel, Pekinese, Pudel, Springer Spaniel) betroffen. Hier kommt es schon im frühen Lebensalter zu einer Verkalkung des Bandscheibenkerns und damit verbundenem Elastizitätsverlust, was zu einem schnelleren Verschleiß führt. Die Bandscheibenvorfälle treten meist schon im Alter von 4 bis 6 Jahren auf.

 

Bei den übrigen Rassen kommt es aufgrund des normalen Alterungsprozesses erst ab etwa 10 Jahren – wenn überhaupt – zu derartigen Problemen. Oft berichten die Besitzer, dass die Hunde nicht mehr Treppen hinauf laufen, ins Auto springen oder auf ihren gewohnten erhöhten Liegeplatz springen. Manchmal sind die Tiere hochempfindlich, wenn sie berührt oder aufgehoben werden.

 

In anderen Fällen treten schlagartig Lähmungen auf, eventuell begleitet von einem Aufschrei beim Spielen oder Hochspringen. Je nach Lokalisation, Form und Schwere des Vorfalls kommt es zu Schmerzäußerungen, aufgekrümmtem Rücken, Bewegungseinschränkungen, unkoordiniertem Gang, Lähmungen und/oder Nachschleifen von Gliedmaßen.

 

Auch der Harn- und Kotabsatz kann gestört sein. Es besteht akuter Handlungsbedarf. In leichteren Fällen sollte konservativ behandelt werden, d.h. ein Minimum an Bewegung, Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente und/oder Akupunktur. Ist der Zustand gravierend oder verschlechtert sich im Laufe der Zeit, so sollte ein chirurgischer Eingriff stattfinden, bei dem vorgefallenes Bandscheibenmaterial und damit der Druck auf das Rückenmark entfernt werden.

 

Die Nachbehandlung besteht in Physiotherapie (Unterwasserlaufband, tägliches Übungsprogramm). Übergewichtige Hunde müssen auf jeden Fall abnehmen.