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Der „herzliche“ Wurm beim Hund

In Zeiten der Globalisierung und des wachsenden Imports von Tieren aus dem Ausland treten seit einigen Jahren Krankheiten bei uns auf, die dem Tierarzt hier zu Lande bis dahin nicht allzu häufig vorgestellt wurden.

Diese sogenannten „Reisekrankheiten“ finden sich zwar vorzugsweise im Mittelmeergebiet, tauchen jedoch zunehmend auch in unseren Breitengraden auf. Der Herzwurmbefall beim Hund ist eine dieser Krankheiten, auf die ich näher eingehen möchte.

 

 

Der Erreger Dirofilaria immitis ist ein Fadenwurm, der von verschiedenen Stechmückenarten übertragen wird. Die Parasitenlarven im Blut werden durch die Insekten an den nächsten Wirt weitergegeben. Dort entwickeln sie sich über mehrere Monate zu erwachsenen Würmern, die sich in erster Linie in der Lungenarterie und dem rechten Herzen ansiedeln. Sie können dort eine Lebensdauer von bis zu sieben Jahren haben. Viele Hunde sind unmerklich infiziert.

 

 

Die klinischen Symptome sind vielfältig und abhängig vom Schweregrad des Befalls. Es kann zu schlechtem Allgemeinbefinden, Leistungsabfall, chronischem Husten, Fieber, Herzproblemen, Leber-/Nierenschäden, Schockzuständen und mehr kommen. Hat sich der Patient zudem vorher in einem gefährdeten Gebiet aufgehalten, so liegt die Verdachtsdiagnose DIROFILARIOSE nahe. Die Röntgen- bzw. Ultraschalluntersuchung des Herzens kann weiteren Aufschluss bringen. Eine Blutabnahme zum Nachweis des Erregers sollte möglichst in den frühen Abendstunden erfolgen, da dann die kleinen Wurmlarven (Mikrofilarien) am ehesten in der Blutbahn zirkulieren.

 

 

Das Medikament der Wahl gegen die ausgewachsenen Parasiten ist in Deutschland nicht zugelassen und muss über die internationale Apotheke bezogen werden. Es wird zweimal im Abstand von 24 Stunden gespritzt, wobei durch abgestorbene und abgeschwemmte Parasitenanteile die Gefahr von Embolien, Thrombosen, Schock oder Kreislaufkollaps besteht. Anschließend werden die Larven abgetötet - durch die monatliche Behandlung mit Tabletten oder Auftropf-Präparaten. Diese Arzneimittel können auch zur Prophylaxe eingesetzt werden, wenn Hunde in „verseuchte“ Regionen reisen.

 

 

Eine Frage, die sich natürlich immer wieder stellt: „Sind unsere Tierheime nicht voll genug? Warum einen Hund aus dem Ausland importieren, der womöglich krank ist?“ Es handelt sich um eine Zoonose, d. h. der Herzwurm ist möglicherweise auf den Menschen (und im Übrigen auch auf andere Hunde) übertragbar – allerdings nur über den Zwischenwirt Mücke.