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Der Korneadefekt Plötzliches „Matschauge“

„Gestern war noch alles in Ordnung, und heute kriegt Bobby sein rechtes Auge nicht mehr auf, und es ist total verklebt und juckt! Was könnte das sein?“Nicht selten werden Tiere mit einem solchen Vorbericht in der tierärztlichen Praxis vorgestellt. Die Entzündung des Auges entwickelt sich sehr rasch und dramatisch; eine spontane Besserung tritt meist nicht ein.

Bei einseitigen Geschehnissen muss immer an eine Verletzung – insbesondere der Hornhaut (= Kornea) – gedacht werden. Diese kann durch Fremdkörper (Pflanzenteile), Kratzer von anderen Tieren (Katzen), Verletzungen an Sträuchern oder durch Selbstverschulden verursacht werden. Die Oberfläche der Hornhaut ist dann nicht mehr glatt und führt zu einer starken Irritation bei jedem Lidschlag.

 

Wenn man sich vorstellt, wie störend schon ein winziges Sandkorn auf dem Auge ist, so sind massiver Juckreiz und Schmerzen nicht verwunderlich. Oft kratzen sich die Tiere im Augenbereich, was zu einer Verschlimmerung der Entzündung und Infektion mit Krankheitserregern führen kann. Die Bindehäute schwellen extrem an, sodass in manchen Fällen der Augapfel vollkommen verschwindet.

 

Der Tierarzt untersucht das Sehorgan auf die Unversehrtheit der Hornhaut und mögliche verbliebene Fremdkörper. Dazu wird das Auge lokal betäubt und mit grünfluoreszierender Flüssigkeit angefärbt, so dass auch kleinste Verletzungen erkannt werden können.

 

Die Prognose und Therapie ist abhängig von Tiefe und Durchmesser des Defektes. In leichten oberflächlichen Fällen wird durch die mehrmals täglichen Gaben von Augenmedikamenten (Heil- und Antibiotika-Salben) die Wunde zunehmend kleiner, wobei bis zum vollständigen Verschwinden meist einige Tage bis Wochen vergehen. Aufgebrachte Kontaktlinsen können die verletzte Hornhaut schützen und deren Heilung beschleunigen. Das Kratzen oder Scheuern am Auge muss unbedingt verhindert werden – notfalls durch einen Halskragen.

 

Ist der Korneadefekt größer und/oder tiefer, so kann eine Operation mit Verschluss der Augenlider oder einer Hornhaut-Transplantation vonnöten sein. Sind beide Augen von einer entzündlichen Veränderung betroffen, so ist in erster Linie an eine Bindehautentzündung zu denken. Diese kann durch äußere Reize (Unterkühlung, Staub, Abgase), Infektionen (Bakterien, Viren) oder Vitamin-/Tränenflüssigkeitsmangel verursacht werden.

 

Bei der serösen Form kommt es zu vermehrtem überlaufenden Tränenfluss; die eitrige Variante zeichnet sich durch grün-gelbliches zähes Augensekret aus. Je nach Ursache werden unterschiedliche Augenmedikamente eingesetzt. Dabei sind Augensalben generell haftresistenter als Tropfen und müssen deshalb nicht ganz so häufig angewandt werden.