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Der Sexualzyklus und die Geburt bei der Hündin

Die Geschlechtsreife bei unseren Haushunden beginnt unterschiedlich nach ca. 8-10 Lebensmonaten, bei kleineren Rassen früher als bei größeren. Das normale Läufigkeitsintervall beträgt 5-7 Monate - meist im Frühjahr und Spätsommer. Das individuelle Intervall bleibt meistens lebenslang konstant.

Man unterscheidet 4 Phasen des Sexualzyklus:

1. Im Anöstrus ruht die sexuelle Aktivität für 60-90 Tage.

2. In den 7-10 Tagen des Proöstrus beginnt die hormonelle und körperliche Vorbereitung für den Eisprung.

3. Die eigentliche Ovulation findet im Östrus (5-7 Tage) statt, an dessen Ende der optimale Befruchtungszeitpunkt liegt.

4.  Im Metöstrus (90-120 Tage) kommt es zur Regeneration und Rückbildung der Gebärmutter.

Die 1. Läufigkeit kann recht unscheinbar verlaufen, zum Teil unbemerkt vom Besitzer. Die gesamte  Läufigkeit dauert zwischen 3 und 4 Wochen. Sie äußert sich für den Tierhalter in klinisch sichtbaren Veränderungen wie häufigerer Urinabsatz, Ungehorsam, Weglaufen, geschwollenes äußeres Genital und Ausfluss. Letzterem sind Duftstoffe beigegeben, die die Geschlechtspartner anlocken.

 

Die Trächtigkeitsdauer beträgt 63 +/-3 Tage. Per Ultraschall können die Früchte ab dem 25. Tag nachgewiesen werden; beim Durchtasten des Bauches ist dies sicher ab dem 50. Tag möglich. Im Alter von 43 Tagen wird das Skelett der Föten kalzifiziert und stellt sich dann gut röntgenologisch dar.

 

Beim Ultraschalls kann die Vitalfunktion der Welpen überprüft werden, währenddessen mit Hilfe des Röntgens besser eine Aussage über die Anzahl und Lage der Welpen gemacht werden kann. Bei einer Tragezeitverlängerung über 70 Tage sollte die Hündin vorsichtshalber tiermedizinisch untersucht werden. Oft ist erst im letzten Drittel der Trächtigkeit eine Umfangsvermehrung des Bauches sichtbar.

 

Die Hündin nimmt an Gewicht zu und wird etwas schwerfälliger. Während dieser Zeit sollte bereits qualitativ hochwertiges, energie- und calciumreicheres Futter (für die tragende/säugende Hündin, für Welpen) dargereicht werden. Eine Wurmkur gegen Spulwürmer vor und nach der Geburt ist wichtig, da diese Parasiten sonst bereits im Mutterleib oder durch die Muttermilch auf die Welpen übertragen werden.

 

Der Geburtsbeginn ist gekennzeichnet durch Nestbau, Unruhe und Hecheln der Hündin. Die Körpertemperatur sinkt einen Tag vorher auf 37°C ab. Die Eröffnungsphase kann 6-10 Stunden dauern und ist klinisch meist unauffällig. Mit Hilfe der Bauchpresse (= Wehen) setzt dann die eigentliche Geburt ein. Sie kann je nach Alter der Hündin und der Welpenanzahl 3-12 Stunden dauern.

 

Sind die Welpen in beiden Uterushörnern verteilt, erfolgt der Ausstoß abwechselnd aus beiden Hörnern. Die Nachgeburten gehen nach jedem Welpen ab und werden von dem Muttertier aufgefressen.Es gibt eine Vielzahl von Geburtsstörungen, bei denen der Tierarzt zu Rate gezogen werden sollte:

Bei ausbleibender Wehentätigkeit; bei anhaltenden Presswehen ohne Geburt eines Welpen; bei schwachen unregelmäßigen Wehen über einige Stunden; bei einer Zeitspanne von mehr als 4 Stunden nach der Geburt des letzten Welpen und/oder bei sichtbarem Kranksein der Hündin.