Ratgeber » Hund » Gesundheit

Die Haut – ein multifunktionelles Organ

Die Haut (=Dermis) ist die äußere Bedeckung des Körpers und beherbergt verschiedene Hautorgane wie Haare, Drüsen, Krallen u.a.. Durch einen natürlichen Säuremantel dient sie als Schutz des Körpers gegen äußere Einflüsse (mechanische/physikalische/chemische/infektiöse Reize) und regelt den Wärmehaushalt (Blutfülle, Schweißabsonderung).

Die Haut ist zugleich Speicherorgan (Depotfett), Ausscheidungsorgan (Talg, Schweiß) und Sinnesorgan (Tast-, Wärme-, Kälteempfindung). Sie besteht aus der Oberhaut, Lederhaut und dem fetthaltigen Unterhautgewebe.

 

Haare, Drüsen und Muskeln durchziehen zum Teil alle 3 Hautschichten.Jedes Haar besitzt eine Wurzelscheide, Talgdrüse und einen eigenen Muskel (siehe „Gänsehaut“). Das Haarkleid ist rassebedingt und altersabhängig, steht aber in enger Beziehung zu Umwelteinflüssen (Witterung, Pflege) und zum Ernährungszustand des jeweiligen Tieres. Das Sommerhaar ist dünner und glänzender als das Winterhaar.

 

Bei den Drüsen unterscheidet man Schweiß- und Talgdrüsen. Erstere kommen hauptsächlich an unbehaarten Hautbezirken vor und dienen der Wärmeregulation, Stoffwechselausscheidung und Duftsekretion. Talgdrüsen fehlen dagegen an Zehen-/Sohlenballen und dem Nasenspiegel; Talg führt zu Geschmeidigkeit und Glanz des Felles.

 

Die Analbeutel unserer Hunde sind modifizierte Drüsen; sie befinden sich auf 4- und 8-Uhr-Stellung neben dem Anus und scheiden beim Kotabgang ein geruchsintensives Sekret aus. Die Beschaffenheit der Krallen ist von der Haltung und der Stoffwechsellage abhängig; Ernährungsstörungen können zum Brüchigwerden des Hornes führen. Liegeschwielen stellen Horngebilde dar, deren Ausbildung auf besondere mechanische Beanspruchungen zurückzuführen ist und die häufig seitlich an den Ellenbogenhöckern großer und schwerer Hunde zu finden sind.

 

Hautveränderungen können mannigfaltig sein. Als Atrophie bezeichnet man das Dünnerwerden und den Elastizitätsschwund der Haut. Alopezie ist Haarausfall, bei dem die Haare nur noch mangelhaft oder gar nicht mehr ersetzt werden. Pigmentstörungen kommen in den unterschiedlichsten Ausprägungen vor; eine angeborene Form des Pigmentmangels stellt der Albinismus dar.

 

Hautgeschwülste sind vor allem beim Hund sehr häufig, angefangen von meist gutartigen Warzen bis hin zu bösartigen Melanomen und Mastzellentumoren. Die Dermatitis ist eine Entzündung der Haut, die sich in Rötung, vermehrter Wärme, Schwellung und/oder Schmerz äußert. Dabei wird zwischen der oberflächlichen  und tiefen Variante unterschieden – je nach Beteiligungsgrad der einzelnen Hautschichten.

 

Ein Ekzem ist eine oberflächliche Hautentzündung, die meist mit Juckreiz einhergeht und zum chronischen Verlauf neigt. Allergische Hautreaktionen äußern sich als Ekzeme, Quaddelbildung oder andere Hautausschläge. Pilzerkrankungen werden als Dermatomykosen bezeichnet. Viele verschiedene Parasiten können die Haut befallen: Zecken, Flöhe, Läuse, Haarlinge, Milben - um hier nur einige zu nennen. Unter Pyodermie versteht man eine Hautentzündung, die durch Eitererreger verursacht wird.