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Exotische Erreger auf dem Vormarsch

Seit einigen Jahren treten in unseren Breitengraden vermehrt Erkrankungen auf, die bis dahin vorwiegend in südeuropäischen Ländern vorkamen. Viele davon werden durch Insekten übertragen, die es vorher in unserer Klimazone nicht gegeben hat.

Der Temperaturwandel mit milden Wintern und unsere veränderten Lebensgewohnheiten (z. B. Reisen, Tiertransporte/-importe) haben zu ihrer Ausbreitung in nördlichen Ländern geführt. So sind mittlerweile viele südeuropäische Zecken und Moskitos in Deutschland heimisch geworden.

 

Besonders Hunde sind durch diese sogenannten Reisekrankheiten gefährdet. Der beste Schutz besteht im Einsatz vorbeugender Präparate (Spray, Spot-on oder Halsband) gegen diese Insekten. Der Herzwurm (Dirofilaria immitis) gelangt über verschiedene Stechmückenarten in den Blutkreislauf des Tieres. Er setzt sich in den Lungengefäßen und im rechten Herzen fest, und verursacht dadurch Schlappheit, chronischen Husten und Atemprobleme. Der Nachweis gelingt anhand von Blut- und Ultraschalluntersuchungen - jedoch frühestens einige Monate nach erfolgter Infektion.

 


Die Leishmaniose wird durch Sandmücken übertragen und kann auch immungeschwächte Menschen (Kinder, Kranke) befallen. Die Inkubationszeit (= Zeitspanne zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome) kann Wochen bis mehrere Monate betragen. Beim Hund treten häufig Lustlosigkeit, Fieber, Abmagerung, Lymphknotenschwellungen, Durchfall, Nierenprobleme, schuppige Hautveränderungen und übermäßiges Krallenwachstum auf.

 

Die Therapie mit Spritzen und Tabletten ist langwierig und nicht immer erfolgreich. Seit neustem gibt es eine Impfung, die jedoch aufwändig und nicht ganz komplikationslos ist. Die Babesiose wird ausgelöst durch Babesia canis und durch den Zeckenbiss übertragen. Der Erreger befällt die roten Blutkörperchen und zerstört sie.

 

Dadurch kommt es zu Blutarmut, Gelbsucht und einer Dunkelfärbung des Urins. Erkrankte Tiere zeigen nach 10-20 Tagen hohes Fieber, Schwäche und Appetitlosigkeit. Die Ehrlichiose wird mit dem Speichel der Braunen Hundezecke übertragen. In der akuten Phase treten Müdigkeit, Fieberschübe, eine deutliche Blutungsneigung (Nasenbluten) und Atemnot auf. Die klinischen Symptome können nach 1 bis 4 Wochen verschwinden, aber es bleibt eine unterschwellige Infektion zurück, die in eine chronische Phase übergehen kann. Die Erkrankung geht häufig mit Veränderungen im Blutbild einher. Zur Therapie eignen sich bestimmte Antibiotika.