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Hunde haben ein hohes Borreliose-Risiko!

Es gibt viele Krankheitserreger, die können bei verschiedenen Tierarten wie auch beim Menschen Erkrankungen hervorrufen. Dazu gehört unter anderem die Lyme-Borreliose, die bei uns und unseren Hunden vorkommt. Pferde haben ein geringes Infektionsrisiko, während Katzen unempfindlich sind.

Der Verursacher ist ein Bakterium namens 'Borrelia burgdorferi' und wird durch die Zeckenart 'Gemeiner Holzbock' übertragen. Diese kommt häufig in Mitteleuropa vor und sitzt bevorzugt an Gräsern und im Bodenlaub von Eiche und Buche. Die Borreliose äußert sich beim Hund meist unspezifisch mit Bewegungsunlust und Fieber.

 

Später kommt es zu wechselnden Lahmheiten aufgrund von Gelenkentzündungen, die chronisch werden können. Berner Sennenhunde reagieren häufig mit Nierenveränderungen. Die für den Menschen typische anfängliche Hautrötung um die Zeckenbissstelle wird beim Hund aufgrund der Behaarung meist nicht festgestellt. Besteht der Verdacht auf eine stattgefundene Erregerübertragung, so kann eine Blutuntersuchung Klarheit verschaffen.

 

Die Art und Höhe der gefundenen Antikörper geben an, ob es sich um eine akute oder schon längere Zeit zurückliegende Infektion handelt. Auch die einzelne Zecke kann auf das krankmachende Bakterium hin untersucht werden, so dass es gar nicht erst zum Auftreten von Krankheitserscheinungen kommen muss. Die Therapie erfolgt durch ein spezielles Antibiotikum.

 

Man sollte es aber gar nicht erst soweit kommen lassen! Die beste Prophylaxe besteht in der Vermeidung von Zecken durch die regelmäßige Anwendung von Spot-on-Präparaten oder entsprechenden Halsbändern; seit einiger Zeit ist eine gut wirksame 3-monatige Tablette auf dem Markt. Die Präparate sollten auf jeden Fall regelmäßig und rechtzeitig angewendet werden.

 

Der vergangene Winter war dermaßen mild, so dass wahrscheinlich viele Zecken überlebt haben und bereits wieder aktiv sind. Wichtig ist auch die rechtzeitige Entfernung von Zecken, da diese erst nach 12-24 Stunden Blutsaugakt die Borrelien übertragen. Hierzu können spezielle Zeckenzangen oder -schlingen verwendet werden, wobei kein Zug ausgeübt werden sollte und die Drehrichtung unerheblich ist.

 

Seit vielen Jahren ist eine vorbeugende Impfung gegen Borreliose möglich, die zum Teil halbjährlich durchgeführt werden muss. Anzuraten ist sie bei besonders gefährdeten Tieren mit starkem Zeckenbefall und längerem Fell sowie Jagd- und Hütehunden.