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Kreuzbandriss: Eine schmerzhafte Verletzung

Wie erkennt man einen Kreuzbandriss beim Hund? Und welche Maßnahmen können ergriffen werden?

Nicht selten kommen Hundebesitzer mit dem Vorbericht in die Praxis: „Gestern nach dem Spielen kam mein Hund plötzlich auf drei Beinen laufend zurück und konnte das rechte Hinterbein nicht mehr aufsetzen. Das Tier scheint keine Schmerzen zu haben, aber der Zustand ist auch nach einem Tag unverändert. Was ist das Problem?“

Generell ist zu sagen, dass Tiere eine viel höhere Schmerztoleranz haben als wir Menschen und uns ihre Empfindungen verbal nicht mitteilen können. Schmerzsymptome können sein: Bewegungsunlust, verminderte Spielfreude, beschwerliches Aufstehen, steifer Gang und Gereiztheit sowie Wesensveränderung. Bei Erkrankungen der Hintergliedmaßen bewegen sie sich meist mit kurzen Schritten oder im Passgang fort und sitzen schief, wobei das schmerzhafte Bein zur Seite gestreckt wird.

70% aller orthopädischen Verletzungen der Hintergliedmaßen liegen im Bereich des Knies. Dieses besteht aus Ober- und Unterschenkel, der Kniescheibe, den Menisken und verschiedenen Haltebändern. Bei den Läsionen handelt es sich meist um Risse des vorderen Kreuzbandes oder Schäden am Innenmeniskus.

 

Der Kreuzbandriss kommt hauptsächlich bei großwüchsigen Rassen (Boxer, Rottweiler, Dobermann) und jüngeren Hunden (< 5 Jahre) vor. Auch kleinere Rassen können betroffen sein; dann handelt es sich meist um ältere Tiere. Oft hat im Vorfeld bereits eine Abnutzung und Degeneration des Bandes stattgefunden; ein Unfall ist dann das auslösende Moment. In 40% der Fälle reißt innerhalb eines Jahres auch das vordere Kreuzband des Knies der anderen Seite.

Die Tiere werden vorgestellt mit einer hochgradigen Lahmheit. Auffällig ist unter anderem das „Lady-like“ Sitzen. Die Beugung des Kniegelenkes verursacht starke Schmerzen; Ober- und Unterschenkel sind gegeneinander verschiebbar. Diagnostische Aufklärung bringen Röntgenaufnahmen.

Ohne Therapie kommt es im fortgeschrittenen Stadium zu einer Arthrose im Gelenk. Die Behandlung sollte deshalb operativ erfolgen, meist durch einen künstlichen Bandersatz. Dabei wird die Kniegelenkskapsel gerafft und ein defekter Meniskus entfernt. Für sechs Wochen besteht strikter Leinenzwang und Ruhe. Die komplette Ausheilung dauert drei bis sechs Monate und kann erfolgreich durch Physiotherapie (Unterwasserlaufband) unterstützt werden.