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Mein Hund hat eine Zecke

Der Winter ist nun endlich vorüber, und mit dem Einzug der wärmeren Jahreszeit erwachen auch wieder Zecken und andere Ektoparasiten zum Leben. Sie lauern auf blutspendende Mahlzeiten – nicht nur bei unseren Haustieren.

In unseren Breitengraden kommt hauptsächlich der Gemeine Holzbock (=Ixodes ricinus) vor und ist Hauptüberträger der Borreliose. Die braune Hundezecke (=Rhipicephalus sanguineus) und die Auwaldzecke (=Dermacentor reticulatus) findet man zumeist in Südeuropa und mittlerweile auch in Süddeutschland; sie übertragen die Babesiose, Ehrlichiose und Frühsommer-Meningoencephalitis (beim Menschen von Bedeutung).

 

Die Zeckenzeit geht von März bis November, je nach Aussentemperaturen. Die Zecken sind besonders am Nachmittag oder vor Gewittern aktiv. Sie benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit und leben deshalb bevorzugt auf Gräsern und im Bodenlaub - besonders von Eiche und Buche. Die Parasiten reagieren mithilfe ihres Haller’schen Organs an den Vorderbeinen auf Temperatur- und chemische Reize. Beim Vorübergehen eines Säugetieres lassen sie sich herabfallen und klammern sich blitzschnell fest, bevorzugt an dunklen Stellen des Wirtes. Der Stechakt selbst wird meist nicht wahrgenommen, da die Mundwerkzeuge ein lokalbetäubendes Sekret in den Wundkanal abgeben. Die Zecke saugt Blut, wobei gleichzeitig Speichel mit Krankheitserregern in die Öffnung gelangen kann.

 

 

Die BORRELIOSE wird durch den Erreger ‚Borrelia burgdorferi’ übertragen. Manchmal kommt es um den Zeckenstich zu einer lokalen Hautrötung mit Juckreiz. Nach einigen Wochen der Erregerausbreitung im Gewebe/Blut können Fieber, Schwäche, neurologische Symptome, wechselnde Lahmheiten und Gelenksentzündungen/-schwellungen auftreten. In Verdachtsfällen sollte eine Blutuntersuchung und gegebenenfalls eine spezielle Antibiotika-Behandlung durchgeführt werden. Diese muss mindestens 3-4 Wochen lang erfolgen; eine Blutkontrolle nach einigen Monaten ist anzuraten. Beim erkrankten Hund führt die Therapie zwar zu einer klinischen Heilung, aber der Erreger wird oft nicht vollständig eliminiert und „versteckt“ sich, so dass Rezidive jederzeit möglich sind.

 

Mittlerweile gibt es Tests in der Tierarztpraxis/im Labor, mit denen abgesammelte Zecken direkt auf Borreliose-Erreger hin untersucht werden können.

 

 

Ein Zeckenbefall kann durch entsprechend präparierte Halsbänder oder Flüssigpräparate (so genannte Spot-On-Flüssigkeiten für den Nacken, verschiedene Präparate auf dem Markt) weitgehend verhindert werden. Zecken sollten möglichst schnell mechanisch entfernt werden, auch wenn die Übertragung von Krankheitserregern meist erst nach 12-24 Stunden stattfindet.

 

Dabei hat sich das Rausdrehen mit einer Spezialzange bewährt, wobei die Drehrichtung nicht entscheidend ist. Vielmehr sollte jeglicher Zug an der Zecke vermieden werden, da sonst die Mundwerkzeuge in der Haut verbleiben und eine lokale Entzündungsreaktion auslösen können.

Seit einigen Jahren ist eine vorbeugende Impfung gegen Borreliose auf dem Markt. Diese sollte am besten im Frühjahr erfolgen und muss - bei der Grundimmunisierung - nach 4 Wochen und 6 Monaten wiederholt werden, danach jährlich.