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Mein Tier trinkt so viel!

Beim Besuch in der Tierarztpraxis gibt es Bemerkungen seitens der Tierhalter, die lassen den Arzt aufhorchen. Dazu gehört - der oft beiläufige - Kommentar, dass sich das Trinkverhalten des Patienten in letzter Zeit verändert hat.

Die Katze steht ständig am tropfenden Wasserhahn oder sucht zusätzliche Wasserstellen (Waschbecken, Duschtassen) auf. Der Hundenapf muss mehrmals täglich neu gefüllt werden, obwohl es draußen gar nicht so heiß ist.

 

Muss der Hund öfter Gassigehen, so ist der gesteigerte Harndrang (= Polyurie) meist durch im Vorfeld vermehrte Wasseraufnahme (= Polydipsie) zu erklären. Beim Hund ist es dann wichtig, die tägliche Trinkmenge genau zu erfassen; ein gesunder erwachsener Hund trinkt täglich 40 bis 60ml pro kg Körpergewicht - abhängig von Aktivität, Fütterungsart (Trocken-/Nassfutter) und Außentemperatur.

 

Den Tierbesitzern ist oft nicht bewusst, dass Änderungen im Trinkverhalten Hinweise für eine ernsthafte Erkrankung sein können. Sie denken eher, es handele sich um eine Alterserscheinung oder vorübergehende klimabedingte Phase. Erst wenn weitere Symptome - wie Fressunlust, Abmagerung, Trägheit oder Wesensbesonderheiten - auffallen, wird ein Tierarzt aufgesucht.

 

Nach eingehender körperlicher Untersuchung entnimmt und analysiert dieser eine Blut- und Urinprobe. Dabei werden - insbesondere bei älteren Tieren - die wichtigsten Organe (Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse) auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft. Polydipsie kann verschiedene Ursachen haben, wobei ich im Folgenden nur die wichtigsten aufzähle:

  • Der Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselstörung. Durch Insulinmangel kommt es zu einer Überzuckerung im Blut und Austrocknung des Körpers.
  • Chronische Nierenerkrankungen führen - besonders bei der Katze - zu erhöhten Wasserverlusten und damit vermehrtem Trinken.



  • Bei der Pyometra handelt es sich um eine Eiteransammlung in der Gebärmutter. Die Giftstoffe der dortigen Bakterien gelangen ins Blut und verursachen Durstreiz.



  • Schilddrüsenfehlfunktionen (Hund: Unterfunktion; Katze: Überfunktion) gehen häufig mit der Symptomatik einer gesteigerten Wasseraufnahme einher.



  • Bei verschiedenen Leber- und Tumorerkrankungen trinken die Tiere auffällig mehr.