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Parvovirose – die „klassische“ Hundeseuche

Oftmals werde ich in der Praxis gefragt, ob denn eine Impfung beim Hundewelpen überhaupt noch notwendig ist oder ob man das junge Tier damit nicht zu sehr belastet.

Die Antwort ist einfach: Impfen – gerade beim Jungtier – ist wichtig, sonst kann es zum Ausbruch der sogenannten Hundeseuche kommen. Die Krankheit ist nämlich mitnichten „ausgerottet“. Im Gegenteil: Gerade im Grenzgebiet zu den östlichen Ländern kommt es immer wieder zu Erkrankungsausbrüchen, besonders wenn zu junge und schwache Welpen nach Deutschland verbracht werden.

 

Die Parvovirose wurde erstmals 1978 beschrieben. Sie wird durch ein sehr kleines Virus verursacht, welches von infizierten Tieren übertragen wird. Es kann im Kot bei Raumtemperatur bis zu 6 Monaten ansteckungsfähig bleiben. Der Parasit siedelt sich in Darm-, Lymph- und Herzzellen an und führt dort zur Zerstörung. Bereits nach wenigen Tagen kommt es zu blutigem Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Fieber, Schwäche und innerer Austrocknung. Die meisten Tiere sterben bei Nichtbehandlung.

 

Der Durchfall erkrankter Tiere weist einen typischen Geruch auf; Kot- und Blutuntersuchungen liefern die eindeutige Diagnose. Bei der Therapie sind Ausgleich der Flüssigkeitsverluste (Dauertropfinfusion), völliger Futterentzug und die Vermeidung von Folgeinfektionen entscheidend.

 

Betroffen sind überwiegend Hunde im Alter von 6 Wochen bis 6 Monate. Jungtiere können ab 6 bzw. 8 Wochen geimpft werden; eine Auffrischungsimpfung erfolgt im Abstand von 3 Wochen. Dabei wird nicht nur der Parvovirose, sondern auch Staupe und weiteren Erkrankungen vorgebeugt. Auf diese Krankheiten werde ich in den nächsten Beiträgen näher eingehen.

 

Beim Kauf von Hunden unbekannter Herkunft oder mit dubioser Impfvorgeschichte sollte eine mehrtägige ruhige Eingewöhnungszeit stattfinden, bevor das Tier zum 1. Mal geimpft wird. Es ist wichtig, dass auch die Hündin einen Impfschutz besitzt und damit die mütterlichen Abwehrstoffe über die Milch weitergeben kann. Zu früh abgesetzte Welpen sind deshalb besonders empfänglich für die Erkrankung.