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Übergewicht - Auch bei unseren Haustieren

Eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten unserer Gesellschaft ist die Fettsucht. Gerade nach den Feiertagen mit vermehrter Häuslichkeit und weniger Bewegung legen wir oft an Gewicht zu.

Dabei sind nicht nur wir Menschen betroffen, sondern auch unsere Haustiere leiden in zunehmendem Masse unter diesem Wohlstands-Phänomen. Ein optimales Körpergewicht ist dabei wichtig für die Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden.

 

Das ideale Körpergewicht bei Hund/Katze liegt vor, wenn von oben betrachtet eine deutliche Taille erkennbar ist. Die Rippen und Rückenwirbel sind nicht sichtbar, aber gut zu fühlen. Sind die Rippen nicht mehr bzw. kaum noch zu ertasten, so ist das Tier zu dick. Auch wenn  die Bewegungsfreude nachlässt oder das Tier schneller ausser Atem kommt, sind dies oft erste Anzeichen von Übergewicht.

 

Ab einem Gewicht von mehr als 10% über dem Normalgewicht spricht man bereits von Übergewicht, ab 25% darüber von Fettleibigkeit (=Adipositas).

 

Tiere, die bereits als Welpen zu reichhaltig ernährt wurden, neigen im Alter vermehrt zu Übergewicht. Auch nach der Kastration kann es durch die Veränderung des Hormonhaushaltes und dem erniedrigten Aktivitätslevel zu einer schleichenden Gewichtszunahme kommen.

 

Dauerhaftes Übergewicht kann zu Gelenkverschleiss, Diabetes mellitus (=Zuckerkrankheit), Herz- und Kreislauferkrankungen, Hauterkrankungen führen und sogar die Entstehung bestimmter Tumoren oder ein Nierenversagen begünstigen.

 

Ihr Tierarzt sollte bei der jährlichen Schutzimpfung immer das Körpergewicht Ihres Tieres messen und vermerken. Bei kontinuierlicher Körpermassenzunahme sollte die Futtermenge/-zusammensetzung überdacht werden. Wichtig ist, dass bei der Berechnung der Futterration immer das Normalgewicht (Zielgewicht) zugrunde gelegt wird.

 

Ist eine Gewichtsreduktion vonnöten, so sollte diese langsam und unter Aufsicht eines Tierarztes erfolgen. Die Gewichtsabnahme sollte ungefähr 1% der Körpermasse pro Woche betragen, d.h. bei einer Katze mit einem Körpergewicht von 6kg sind dies 60g.

 

Einerseits gilt es, die Energie- und Fettzufuhr zu senken; andererseits den Fasergehalt zu erhöhen, damit dennoch ein Sättigungsgefühl erreicht wird.

 

Mittlerweile gibt es Abnehmdiäten von verschiedenen Firmen auf dem Markt, die eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen gewährleisten. Alternativ kann auch selber gekocht werden, doch dabei sollte ein genauer Futterplan eingehalten werden, damit es auf Dauer nicht zu einer Unterversorgung mit Vitaminen oder sonstigen Mangelerscheinungen kommt.

 

Generell sollte auf jegliche Form von Leckerlis verzichtet werden. Trockenfutter kann als Teil der täglichen Ration als Belohnung eingesetzt werden. Beispiel: Ein Kauknochen aus Rinderhaut (190g) bedeutet 700kcal und damit 66% des erforderlichen täglichen Energiebedarfs eines 25kg schweren Hundes.

 

Gleichzeitig zur Umstellung der Nahrung sollten folgende Massnahmen ergriffen werden:

 

-          Die Tagesration auf mehrere Mahlzeiten aufteilen.

 

-          Die Tiere zu mehr Bewegung animieren, d.h. beim Hund längere Spaziergänge und intensiveres Laufen, bei der Katze mehr Abwechslung durch Futterball und Spielen.

 

-          Alle Personen mit Tierkontakt müssen über die Diät informiert sein und sich dementsprechend verhalten. Bei Katzen mit Freigang ist eine Gewichtsreduktion mitunter schwierig durchzuführen, da die Tiere oft mehrere Fressplätze (bei Nachbarn in der Umgebung) haben.

 

-          Nach erfolgreicher Gewichtsabnahme wird Ihr Tier es Ihnen danken, indem es aktiver und aufgeweckter ist.