Ratgeber » Hund » Gesundheit

Wenn der Hund „hüpft“

Anatomisch sind unsere Hunde gar nicht so viel anders wie wir Menschen. Es werden zwar durch unseren aufrechten Gang die Wirbelsäule und Hinterextremitäten stärker belastet, aber auch unsere Vierbeiner können an diesen Stellen Probleme bekommen.

Viele Besitzer von Zwerghunden (Yorkshire Terrier, Chihuahua, Pekinese, Zwergpudel, Cavalier King Charles Spaniel etc.) kennen das Phänomen: Ihr Liebling läuft im Trab plötzlich auf 3 Beinen, hält dabei ein Hinterbein hoch und hüpft. Meist ist der merkwürdige Gang nach wenigen Schritten verschwunden, kommt aber in unregelmäßigen Abständen wieder. Das Tier scheint dabei keine großen Schmerzen zu haben.

Das Problem liegt im Knie. Die Kniescheibe (lateinisch Patella) ist ein abgeflachter Knochen und läuft entlang einer Rinne des Oberschenkels. Gehalten wird sie u.a. von Sehnenausläufern der Muskeln. Sind die Bänder zu locker oder die Rille nicht tief genug, dann springt die Kniescheibe bei Bewegung aus ihrer natürlichen Position. Sie rutscht zur Seite, es kommt zu einer Blockade des Gelenkes und das Knie lässt sich nicht mehr strecken. Man spricht dann von einer so genannten Patellaluxation. Auch ein Unfall kann zu dieser Ausrenkung führen und betrifft dann Hunde jeglicher Rasse.

Unterschiedliche Schweregrade

Beim leichten Grad 1, etwa in 50 Prozent der Fälle, geht die Kniescheibe von alleine wieder in ihre ursprüngliche Position zurück. Bei Grad 2 und 3 kommt es durch das mehrmalige Verdrehen zu Entzündungen und Schäden am Gelenk, die Therapie erfolgt anfangs konservativ durch die Gabe von schmerzstillenden bzw. entzündungshemmenden Medikamenten, einer speziellen Knieschiene und Schonung. Beim schwersten Grad 4 ist die Patella dauerhaft ausgerenkt und führt zu einer hochgradigen Lahmheit mit starken Schmerzen, die in jedem Fall operativ angegangen werden muss. Unbehandelte Kniescheibenverrenkungen führen zu Arthrosen und Kreuzbandrissen.

 Die Krankheit entwickelt sich während des Wachstums innerhalb des ersten Lebensjahres. Junge Tiere sollten deshalb langsam an Bewegung und das Treppensteigen herangeführt werden. Eine ausgewogene Ernährung stärkt Bänder und den Gelenkknorpel. Übergewicht ist zu vermeiden.

Knochenfehlstellungen, besonders Abweichungen in der Achse zwischen Ober- und Unterschenkel, sind erblich festgelegt. Als einzige ursächliche Maßnahme gilt ein verantwortungsvolles Züchten mit Patellaluxations-freien Hunden.