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Zoonosen

Können wir uns bei unseren Haustieren mit Krankheiten anstecken?

 Zoonosen sind Infektionen, die auf natürliche Weise zwischen Mensch und Wirbeltieren übertragen werden können. Dabei gehen die Krankheiten sowohl vom Tier auf den Menschen als auch umgekehrt über.

 

Tiere können zudem alle in der Umwelt vorkommenden Erreger mechanisch "verschleppen". Dazu gehören auch rein menschliche Keime. Gegenwärtig sind ca. 200 zoonotische Krankheitserreger bekannt. Ich möchte kurz einige Beispiele nennen.

 

1. Viren:

Das wohl bekannteste Beispiel ist die Tollwut. Die Krankheit wird durch virushaltigen Speichel bei einer Bissverletzung verursacht; sie endet ohne Behandlung immer tödlich. Unsere Haustiere können - und sollten bei Freigang - dagegen geimpft werden.

 

2. Bakterien:

Salmonellen vermehren sich auf kontaminierten Lebensmitteln und werden durch diese übertragen.

 

3. Einzeller:

Mit steigender Tendenz werden bei unseren Haustieren Giardien nachgewiesen. Diese führen zu Durchfall und Erbrechen - auch beim Menschen.

 

4. Pilze:

Die Trichophytie verursacht lokale, juckende Hautveränderungen. Oft tritt sie bei immungeschwächten Menschen (Kinder) und Jungtieren aus unhygienisch größeren Beständen auf. Tiere können auch latent infiziert sein, d. h. sie zeigen keinerlei Krankheitssymptome, tragen aber den Erreger weiter.

 

5. Innere Parasiten:

Hervorzuheben sind Fuchsband- und Spulwürmer, die in unseren Breitengraden relativ häufig vorkommen. Die Wurmeier werden über den Mund aufgenommen (z. B. durch den Verzehr von Waldfrüchten, Spielen im Sandkasten). Deshalb sollten Hund und Katze regelmäßig entwurmt werden.


6. Äußere Parasiten:

Flöhe sind keine direkten Krankheitserreger, sondern Lästlinge, mögliche Allergieauslöser und zum Teil indirekte Überträger (von Bandwürmern). Grundsätzlich besteht für die Haltung von Haustieren keine Gefahr für die Gesundheit des Menschen. Grundbedingungen hierfür sind regelmäßige Impfung und  Entwurmung, Kontrolle auf äußere Parasiten und gesundheitliche Überwachung der Tiere.

 

Mensch und Tier bilden eine mikrobiologische Gemeinschaft und die körpereigenen Keimspektren gleichen sich mit der Zeit an. Heutzutage ist die Gefahr einer Allergie des Menschen durch vom Tier stammende Materialien (Hautschuppen, Haare oder Ausscheidungsprodukte) von großer Bedeutung und die Tendenz steigend. Der Anteil der Katzen an der Gesamtheit der Tierallergien beträgt ungefähr 55%, die der Hunde 16%. Siamkatzen haben relativ häufig eine allergisierende Wirkung, bei den Hunden sind es Schnauzer und Boxer.