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Hilfe, mein Hund wird kahl!

Nicht nur wir Menschen verlieren ständig einzelne Haare und bilden täglich neue nach, auch unsere Vierbeiner unterliegen solchen Zyklen.

Die Haare werden in den Haarfollikeln der Haut gebildet. Man unterscheidet dabei die Rückbildungs-, Ruhe- und Wachstumsphase. Zum Abschluss wird das Haar aktiv ausgestoßen.

Die Länge der einzelnen Phasen ist rassespezifisch sehr unterschiedlich und unterliegt außerdem saisonalen, hormonellen und gesundheitlichen Aspekten. So bleiben die Haarfollikel des Pudels beispielsweise lebenslang in der gleichen Phase - daher verlieren Pudel extrem wenige Haare. Der Labrador dagegen zeigt einen ganzjährigen und kontinuierlichen Haarzyklus und haart dadurch viel.

Haarwachstumsstörungen können von Umweltfaktoren, beispielsweise der Ernährung, Außentemperatur und Lichtlänge abhängen oder besitzen innere Ursachen wie Gesundheitszustand, Hormone oder vererbte Krankheiten. Besonders hormonelle Ungleichgewichte als Grunderkrankung nehmen Einfluss auf den Haarzyklus.

Schilddrüsenhormone werden benötigt, um die Wachstumsphase des Haarfollikels anzuregen. Hunde mit einer Unterfunktion leiden an kahlen Hautstellen an diversen Druckpunkten, am Schwanz oder auf dem Nasenrücken. Nach einer Rasur wachsen die Haare nur schlecht nach. Die vierbeinigen Patienten leiden auch noch an anderen Auffälligkeiten: Die Haut wird trocken und schuppig, oft entwickeln sich schwarz pigmentierte Areale. Die Ohrränder können Krusten aufweisen; die Hautdicke nimmt zu. Durch die Störung der Hautbarriere-Funktion kommt es leicht zu Infektionen mit Bakterien, Hefepilzen oder Milben.

Beim sogenannten Cushing-Syndrom produziert der Körper zu viel Hormon Kortisol, das zu einer Rückbildung der Haarfollikel führt. Als Folge tritt beidseitiger Haarausfall auf, besonders an den Flanken. Zusätzlich wird die Haut empfindlich und dünn, sodass die Hautgefäße, vor allem am Unterbauch, vermehrt sichtbar werden. Hornstörungen an den Krallen, Pigmentbildungen und Hautinfektionen sind häufige Begleiterscheinungen.

Ein Östrogenüberschuss als Folge von Eierstockzysten oder Tumoren führt zu einer Zunahme der Haarfollikel in der Ruhephase. Dadurch kommt es zu symmetrischem Haarausfall und schlechtem Nachwachsen von geschorenem Fell. Reibepunkte, wie z. B. unter dem Halsband, sind ebenfalls oft haarlos.