Ratgeber » Hund

Wenn die Verdauung nicht mehr stimmt ...

Als einer der häufigsten Vorstellungsgründe in der Tierarztpraxis gilt der Durchfall. Er ist charakterisiert durch die Zunahme des Wassergehaltes im Kot auf 70 bis 90%.

Besonders bei gestörtem Allgemeinbefinden machen sich die Tierbesitzer große Sorgen oder sind bei chronischem Verlauf am Rande ihrer Belastbarkeit.

Beim Durchfall des Dünndarmes ist die abgesetzte Menge erhöht, der Stuhl breiig bis wässrig und manchmal rötlich verfärbt. Das unterscheidet ihn vom weichen, oft schleimigen Dickdarmdurchfall mit hellroten Blutbeimengungen auf der Oberfläche; sein Absatz ist häufig und meist dringlich.

 

Jungtiere haben oft akute Infektionserkrankungen. Dafür mitverantwortlich sind eine unseriöse Herkunft, zu frühes Absetzen vom Muttertier und unzureichende Impfung/Entwurmung. Auf jeden Fall sollte eine Kotuntersuchung durchgeführt werden und die entsprechende Therapie erfolgen. Durchfälle bei Welpen sind immer ernst zu nehmen und können lebensbedrohlich werden, da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist und sie schnell in ein Energiedefizit geraten.

 

Durch die Aufnahme von verdorbenem Futter kann es zu Magendarminfektionen kommen, die - je nach Schweregrad - behandelt werden müssen.

Abrupte Futterwechsel führen in ungünstigen Fällen zu vorübergehendem weichen Stuhl mit Blähungen. Eine Umstellung sollte deshalb immer langsam erfolgen: Anfangs macht das neue Futter ein Viertel der Ration aus, mit einer Steigerung auf 100% innerhalb von 3 bis 4 Tagen.

Bestimmte Medikamente haben als Nebenwirkung Durchfall.

Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien beziehen sich zumeist auf einen speziellen Inhaltsstoff. Gezielte Veränderungen der Nahrung (andere Marke, Diät mit Ausschluss von einzelnen Protein-/Kohlenhydratquellen) können weiterhelfen, erfordern aber viel Geduld und Mühe.

 

Bei älteren Tieren ist der Durchfall meist wiederkehrend-chronisch. Oft sind Leber und Bauchspeicheldrüse mitbetroffen. Zusätzliche Symptome - wie Gewichtsverlust und Erbrechen - können auf eine Erkrankung außerhalb des Verdauungstraktes hinweisen. Hier sind insbesondere Stoffwechselstörungen, Hormonentgleisungen (z. B. bei der Schilddrüse) und Nierenprobleme zu nennen. Deshalb sind in solchen Fällen weitergehende Untersuchungen (Blut/Röntgen/Ultraschall) unerlässlich, u.a. zum Ausschluss von Tumorerkrankungen.

 

Langanhaltende Durchfälle können zu mangelhafter Aufnahme von Energie und lebenswichtigen Vitaminen führen. Die Diätnahrung sollte also hochwertig und leicht verdaulich sein; verschiedene Firmen bieten entsprechende Produkte an. In schwerwiegenden Fällen müssen Zwangsernährung, Infusionen und Injektionen erfolgen.