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Canicross - die Laufleidenschaft zu zweit

Es entstehen immer wieder neue Sportarten, die irgendwann auch organisiert praktiziert werden (Vereine, Wettkämpfe). Seit einigen Jahren gibt es das so genannte Canicross; die ersten offiziellen Weltmeisterschaften fanden 2002 statt.

Hierbei bilden Hund und Herrchen/Frauchen ein Läuferteam. Das Tier rennt an einer maximal 2 Meter langen Leine vorweg. Diese ist elastisch und mit einem Schnellverschluss (Panikhaken) verankert: Beim Menschen am Hüftgurt, beim Hund an einem speziellen Zuggeschirr über der Brust. Halsbänder, Haltis oder Rollleinen sind verboten.

Gelaufen wird vorwiegend durch waldiges und zum Teil hügeliges Gelände. Dabei können Höchstgeschwindigkeiten von über 30 km/h erreicht werden. Die Streckenlängen variieren zwischen 2 und 7 Kilometern.

Eine gewisse Grundkondition ist natürlich Voraussetzung. Hund und Mensch müssen langsam an das Training herangeführt und Pausentage eingelegt werden. Vorheriges Aufwärmen ist wichtig. Die Tiere sollten frei von körperlichen Beschwerden (Herz-/Kreislaufprobleme, Gelenkarthrosen) sein. Es muss immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen.

Die Rassezugehörigkeit der teilnehmenden Hunde spielt keine Rolle. Sie müssen mindestens 12 Monate alt und geimpft sein; eine eindeutige Identifizierung mittels Mikrochip (oder Tätowierung) ist Pflicht. Die Tiere dürfen keinerlei Aggressivität zeigen. Tierärzte kontrollieren den Gesundheitszustand vor, während und nach dem Rennen; Dopingkontrollen - für Mensch und Tier -  finden statt. Läufige und tragende Hündinnen können nur unter bestimmten Bedingungen antreten. Es dürfen maximal 2 Wettkämpfe (Kurz- und Langdistanz) pro Tag bestritten werden. Es gibt Massen- oder Einzelstarts (alle 30 oder 60 Sekunden).

Als oberstes Gebot gilt der Respekt gegenüber dem Vierbeiner. Er darf weder gezogen noch zum Laufen gezwungen bzw. animiert werden durch angehängte Gegenstände/Glocken. Vom Hund eingeforderte Pausen zum Trinken, Harn-/Kotabsatz und Ausruhen müssen strikt beachtet werden, auch wenn es dadurch zu Zeiteinbußen kommt. Im Vordergrund steht der Teamgedanke und Spaßfaktor, das gemeinsame Bewegen und Erleben, der Einklang von Mensch und Tier und Natur.