Ratgeber » Katze » Gesundheit

Auch Katzen können an Asthma leiden!

Eines Morgens kommt Frau Schmidt ganz aufgeregt in die Praxis und zeigt mir ein selbstgefilmtes Video von ihrer geliebten Hauskatze Susi. Dabei duckt sich diese ganz plötzlich, streckt den Kopf nach vorne und fängt schwallartig und trocken an zu würgen/husten.

Nach gut einer Minute ist das Szenario vorbei und das Tier setzt - scheinbar vollkommen unbeeindruckt - das Fressen fort. Dies ist ein Vorbericht, der nicht selten in der tierärztlichen Praxis vorkommt. Bei der Hustenattacke handelt es sich um einen Asthma-Anfall, der immer häufiger auch bei unseren Haustieren auftritt. Meist handelt es sich um jüngere Katzen im Alter von 1-3 Jahren.

 

Das Geschehen ist wahrscheinlich allergisch bedingt; auslösende Faktoren können Pollen, Milben oder andere Allergene sein. Manchmal ist eine Frühjahrs- und Herbstsaisonalität erkennbar. Eine genetische Komponente wird vermutet. Stress, Infektionen, körperliche Belastung oder Luftverunreinigung (Raucherhaushalt!) tragen mit zur Asthma-Entstehung bei. Die Erkrankung wird auch Felines Bronchialasthma genannt. Im Bereich der Bronchien findet eine reversible Luftwegsverengung statt, oft mit übermäßiger Schleimproduktion. Die (oben genannten) Symptome sind relativ typisch; zwischen den Anfällen kann es zu angestrengt keuchender Atmung mit offenem Maul und ängstlichem Verhalten kommen.

 

Ein ähnliches Krankheitsbild gibt es auch bei Lungenentzündung/-ödem/-embolie und Herzproblemen. Die Diagnose beruht auf dem klinischen Bild, einer Blutuntersuchung, Röntgenaufnahme und gegebenenfalls Ausspülung und Untersuchung des Bronchialsekrets. In einem schweren akuten Asthma-Anfall muss das Tier sofort mit Sauerstoff und Notfallmedikamenten beim Tierarzt versorgt werden. Die Therapie des chronischen Leidens ist abhängig von den auslösenden Faktoren. So sollte ruhig und vorsichtig mit dem Tier umgegangen und Stress (eventuell mit 2. Katze im Haushalt?) vermieden werden.

 

Atemwegsinfektionen müssen behandelt, bekannte verursachende Allergene möglichst eliminiert werden. Um die Bronchien zu erweitern, gibt es verschiedene Medikamente – meist in Tablettenform. Diese müssen täglich und oft lebenslang verabreicht werden. Die Lebensqualität betroffener Tiere ist trotz Erkrankung als recht gut zu bezeichnen.