Ratgeber » Katze » Gesundheit

Katzen-AIDS

Um die Liste der infektiösen Krankheiten bei der Katze zu vervollständigen, will ich heute über das Feline Immunschwäche-Virus (FIV) schreiben. Dieses wurde erst 1987 zum ersten Mal beschrieben und kommt mit einer geschätzten Häufigkeit von 2-3% in unseren Katzenpopulationen vor.

Es ist vergleichbar mit dem menschlichen HIV-Erreger (AIDS-Erkrankung) und führt ebenfalls zu einer Unterdrückung des Immunsystems. Trotz der Ähnlichkeit beider Viren ist eine Übertragung auf den Menschen nicht möglich. Die Hauptinfektionsquelle sind Bissverletzungen, weshalb hauptsächlich ältere männliche Tiere mit Freigang betroffen sind. Auch die Übertragung vom Muttertier auf die Welpen ist möglich.

 

Nach der Ansteckung kann es kurzfristig zu Fieber und Lymphknotenvergrößerungen kommen. Daraufhin folgen einige Jahre vollständiger Symptomlosigkeit oder mit eventuell leichten unspezifischen Krankheitsanzeichen wie Fress-/Bewegungsunlust und struppigem Fell. Als Folge der fortschreitenden Immunschwäche können im Laufe der Zeit chronische Zahnfleisch- und Blasenentzündungen, bakterielle Lungen- und Hautinfektionen sowie Durchfälle auftreten. Aufgrund dieser sekundären Infektionen und einer massiven Knochenmarksschädigung führt das Virus letztendlich zum Tode.

 

In der Frühphase der Erkrankung ist es nicht leicht, diese von einer FeLV (= Felines Leukämie-Virus)-Infektion zu unterscheiden. Die Differenzierung und Diagnose wird mittels eines Bluttests gestellt. Auch wenn ein neues Tier unbekannter Herkunft oder mit dem Vorbericht des Freigangs in den Bestand aufgenommen werden soll, ist eine vorherige Testung auf oben genannte Viren ratsam.

 

In den letzten Jahren sind verschiedene Therapieansätze aus der Humanmedizin aufgegriffen und angewendet worden. Sie haben jedoch alle keinen durchgreifenden Heilungserfolg gebracht. Eine vorbeugende Impfung ist z.Z. nicht auf dem Markt. Da vor allem unkastrierte Kater bei ihren Territoriumskämpfen als Träger der Infektion in Frage kommen, wird zur Kastration geraten.

 

Das Immunsystem infizierter Tiere sollte gestärkt werden durch Stressvermeidung, hochwertiges Futter, Parasitenkontrolle, regelmäßige Untersuchungen beim Tierarzt und eventuell begleitende alternativmedizinische Maßnahmen. Hat im Vorfeld bereits eine FIV-Infektion im Haushalt bestanden, so sollte eine Desinfektion von Liegeflächen, Futter- und Tränkeschüsseln sowie Katzenklos durchgeführt werden.