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Katzenbisse nicht selten eine Infektionsquelle

Viele Besitzer von „Outdoor-Katzen“ kennen das Problem: Ihr Kater streunert nachts draußen herum und kommt am nächsten Tag humpelnd oder blutig wieder nach Hause.

Er sieht zwar etwas zerzaust und lädiert aus, aber ansonsten scheint ihm nichts Ernsthaftes zu fehlen. Er frisst voller Heißhunger und schläft ausgiebig. 2 Tage später fällt auf, dass das Tier appetitlos und ruhiger ist als sonst und eine schmerzhafte weiche Beule am Schwanzansatz aufweist.

 

Beim Tierarzt stellt sich heraus: Es handelt sich um einen Abszess! Abszesse sind vom Körper abgekapselte Entzündungsherde, die Bakterien und Abwehrzellen in Form von Eiter enthalten. Durch den Biss einer Katze dringen viele Krankheitserreger, die im Maul vorhanden sind, tief ins Gewebe ein. Dort können sie sich ungehindert vermehren, besonders wenn die Wunde durch Schorf luftdicht abgeschlossen ist. Der Körper versucht, diese Eindringlinge zu bekämpfen, indem er „fressende“ Entzündungszellen in die Region schickt. Als Ausdruck der Abwehrleistung kann es zu Fieber(schüben) kommen.

 

An der Infektionsstelle bildet sich Eiter, den der Organismus abzukapseln versucht, damit die Bakterien nicht in die Blutbahn abgeschwemmt werden. Ist dies geschehen und der Abszess somit reif, bricht er meistens nach außen auf und entleert seinen schadhaften Inhalt. Dies kann manchmal sehr dramatisch aussehen, ist aber durchaus wünschenswert.

 

Nicht immer verläuft eine Bissverletzung so komplikationslos. Das Fieber kann anhalten und der Körper nicht in der Lage sein, die Bakterien in Grenzen zu halten. Spätestens dann sollte man beim Tierarzt vorstellig werden, der Antibiotika und Entzündungshemmer verabreicht. Ist ein Abszess zum Platzen reif, so kann diesem Prozess durch Punktion oder einen kleinen Schnitt in das pralle Gewebe voraus gegriffen werden. Die Wunde wird gereinigt, die Abszesshöhle nach Möglichkeit gespült.

 

Halskrägen verhindern einen übermäßigen Kratz-/Leckreiz, der die Heilung verzögern würde. Das kranke Tier sollte im Haus gehalten werden, um sich zu schonen und seinen Gesundheitszustand beobachten zu können. Meistens handelt es sich bei oben genannten Genossen um unkastrierte Kater. Diese streunern weitläufig in der Gegend umher und liefern sich immer wieder Rivalenkämpfe.

 

Oft handelt es sich dabei um die ständig gleichen Konkurrenten. Weibliche Katzen und kastrierte Männchen sind meist weniger häufig involviert, da sich ihr Aktionsradius auf nur wenige hundert Meter um das Heim beschränkt.  Auch beim Menschen können Katzenbisse zu gravierenden Problemen führen. Die traumatisierte Hand schwillt – trotz sofortiger Desinfektion – relativ schnell entzündlich und schmerzhaft an. In solchen Fällen sollte nicht lange gezögert werden, sondern sofort ein Humanmediziner aufgesucht werden.