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Die sabbernde Katze

Läuft der Katze plötzlich Speichel aus dem Maul, sieht das für Tierbesitzer häufig beängstigend aus.

Der Samtpfote dagegen scheint es dabei oft gar nicht so schlecht zu gehen: Sie frisst und bewegt sich normal.

 

Speichel wird in mehreren Drüsen an den Kieferwinkeln und unter der Zunge gebildet. Er ist leicht fadenziehend und hat verschiedene Funktionen. So dient die Flüssigkeit der Einweichung der Nahrung, enthält Enzyme zur Vorverdauung, bekämpft Erreger im Maulbereich, neutralisiert Säuren und aufgenommene Giftstoffe.

Eine vermehrte Speichelbildung, die so genannte Hypersalivation, kann verschiedene Ursachen haben. Häufig handelt es sich um Entzündungen im Maul-Halsbereich. Diese können das Zahnfleisch, die Zähne, Zunge oder Drüsen betreffen. Auch während des Zahnwechsels, beim Schnurren, bei Erregung oder Reizung anderer Sinne (Geruch, Geschmack) kann es zu erhöhter Speichelproduktion kommen. Die übermäßige Spucke wird dann nicht mehr ausreichend abgeschluckt und tropft aus dem Maul.

Viele Pflanzen sind für Katzen giftig und verursachen Reizungen der Maul- und Magenschleimhaut. So kann das bloße Lecken an einem Liliengewächs oder Weihnachtsstern schon eine Entzündung hervorrufen. Je nach Art und Menge der aufgenommenen Stoffe folgen allgemeine Krankheitssymptome, wie Mattigkeit, Übelkeit, Leber- und Nierenprobleme. In solchen Fällen ist sofort ein Tierarzt zu Rate zu ziehen, denn manche Pflanzenvergiftungen können innerhalb weniger Tage zum Tode führen.

Verätzungen an der Zunge durch Haushaltsmittel (zur Desinfektion) oder Tierabsonderungen (z. B. Berührung der Prozessionsspinnerraupe) kommen nicht selten vor. Festsitzende Fremdkörper, wie beispielsweise ein beim Spielen verschluckter Wollfaden, behindern die Atmung und sind fast immer ein Notfall.

Morsche Zähne sind kein akutes Geschehen. Die Katze frisst womöglich seit geraumer Zeit schon mäkeliger und stinkt aus dem Maul. Das Zahnfleisch kann dabei hochgradig gerötet und schmerzhaft sein. Meist sind ältere Tiere betroffen. Auch bei bestimmten Infektions- und Autoimmunerkrankungen kann es zu einer massiven Entzündung der Schleimhaut kommen. Durch Katzenaids oder das Leukosevirus wird das Immunsystem geschwächt, so dass die Abwehr von Keimen im Mund nicht mehr effektiv funktioniert.

Oft ist der auslösende Faktor für das exzessive Sabbern nicht mehr nachweisbar. Es gilt erst einmal, durch eine symptomatische Therapie den Speichelfluss zu minimieren, Entzündungen zu lindern und Infektionen zu bekämpfen. Folgeerkrankungen müssen unbedingt behandelt und das Tier überwacht werden, eine stationäre Aufnahme ist manchmal ratsam. Im Anschluss gilt es nach der Ursache zu forschen und diese zu beseitigen: D. h. mögliche Pflanzen entfernen, potentielles Reinigungsmittel nicht mehr anwenden und die Zähne der Tiere sanieren.