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Giardien - hartnäckige Darmparasiten

Häufiger Vorstellungsgrund in der Praxis sind Patienten mit Durchfall und Erbrechen.

Gesundheitsgefährdend und nervenaufreibend wird es vor allem bei länger andauernden oder häufig wiederkehrenden Krankheitssymptomen. Besonders Welpen sind betroffen - bevorzugt in den ersten Tagen/Wochen nach ihrer Übernahme. Durch die veränderten Lebensbedingungen (anderer Haushalt, andere Tiere, anderes Keimmilieu) und dem daraus resultierenden Stress wird das - ohnehin noch unzureichend entwickelte - Immunsystem überfordert. Dadurch können harmlose Keime, die bei erwachsenen Tieren normalerweise keine klinischen Symptome verursachen, die Magen-Darm-Schleimhaut schädigen und krank machen.

 

Bei Jungtieren mit gelegentlichem Erbrechen, hell-schleimig-übelriechenden Durchfällen und Blutbeimengungen im Kot sollte man immer an einen Giardien-Befall denken. Dies sind einzellige Schmarotzer im Dünndarm, die viele Säugetiere sowie den Menschen befallen können. Sie sind die am meisten bei Hund und  Katze vorkommenden Darmparasiten - mit einer Infektionshäufigkeit von ungefähr 20%. Die Aufnahme erfolgt über kontaminiertes Futter oder Trinkwasser und den Kontakt mit Ausscheidern.

 

Nachgewiesen werden die Erreger mittels einer Kotuntersuchung, die auch als Schnelltest in der Praxis durchgeführt werden kann. Wichtig ist, dass Proben von 2-3 Tagen gesammelt werden, da die Zysten nicht ständig ausgeschieden werden.

Für die Therapie stehen hauptsächlich zwei Medikamente (als Paste oder Tabletten) zur Verfügung, deren Gabe in Intervallen erfolgt. Alle symptomatischen Tiere im Haushalt müssen mitbehandelt werden. Eine Woche nach der Behandlung sollte eine Kontrolluntersuchung die Giardien-Freiheit bestätigen; ansonsten gibt es eine weitere Kur.

Hilfreich sind auch das gründliche Shampoonieren von Hunden, Scheren von langhaarigen Katzen und eine kohlenhydratarme Ernährung.

Unter günstigen Bedingungen können die Parasiten für drei Wochen oder sogar länger in der Umwelt überleben. Deshalb muss die Umgebung mit Dampfstrahl und/oder ammoniakhaltigem Desinfektionsmitteln behandelt, Decken gewaschen und die Kotplätze täglich gesäubert werden.