Ratgeber » Katze

Hilfe - meine Katze kratzt sich ihren Kopf wund!

Immer häufiger kommen Katzenbesitzer in die Praxis, weil es ihrem Vierbeiner an den Ohren juckt. Bei genauerem Hinsehen sind meist nicht die Ohren das Problem, sondern aufgekratzte Stellen an den Schläfen.

Kommen ein kahl geleckter Unterbauch, ein schütteres Haarkleid an den Gliedmaßen, wunde Lippen und eine Magenüberempfindlichkeit hinzu,  lassen sich aus den Kombinationen dieser Symptome eine Futtermittelallergie schließen, deren Auftreten bei unseren Haustieren in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Als Allergie bezeichnet man generell eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Substanzen.

Die genaue Diagnose ist nicht einfach zu stellen. Bluttests im Labor können nur einen Hinweis geben, mit welchen Futtermittelbestandteilen das Tier besonders häufig in Kontakt gekommen ist. Ob diese Inhaltsstoffe letztendlich die Allergieauslöser darstellen, kann nur durch strikten Wechsel auf andere Futtersorten geklärt werden. Während dieser Probezeit dürfen weder Leckerlis noch menschliche Essensreste verfüttert und der Freigang muss unterbunden werden.

Bei der sogenannten Eliminationsdiät werden Eiweiß- und Kohlenhydratquellen eingesetzt, die selten in kommerziellen Futtermitteln vorhanden und deshalb für den Organismus neu sind. Dazu zählen zum Beispiel Elch, Strauß, Tapioka und Süßkartoffel. In neusten Studien hat man allerdings herausgefunden, dass selbst in diesen Diäten durch den Herstellungsprozess Fremdproteine auftreten können. Da selbst kleinste Menge eines Allergens eine Körperreaktion provozieren kann, ist diese Art der Allergievermeidung nicht hundertprozentig sicher. Selber kochen ist eine zuverlässigere Option, erfordert aber einen gewissen Zeit- und Informationsaufwand.

Einige Firmen bieten spezielle hydrolysierte Allergiefutter an. Die enthaltenen Inhaltsstoffe werden dabei biochemisch soweit zerkleinert, dass sie vom Körper nicht mehr als Allergieauslöser wahrgenommen werden. Bessern sich nach acht bis zehn Wochen ausschließlicher Diätfuttergabe die Symptome merklich, so kann von einer Futtermittelallergie ausgegangen werden. Bei der sich anschließenden Provokationsdiät mit einzelnen Futterbestandteilen muss dann herausgefunden werden, welcher Inhaltsstoff nun genau für die allergische Reaktion verantwortlich ist.

Meist reagieren unsere Tiere auf mehrere Nahrungsanteile. Besonders häufig finden sich Allergien gegen Rind, Milchprodukte, Reis und Soja. Die einzig wirksame Therapie stellt die Vermeidung dieser Inhaltsstoffe im Fressen dar. Desensibilisierungslösungen helfen in den seltensten Fällen. Antiallergie-Medikamente sollten so gering wie möglich und nur eingesetzt werden, wenn die Allergene nicht bekannt sind, vermieden werden können oder die Katze aufgrund der stark ausgeprägten Symptomatik sehr leidet. Zu bedenken ist, dass sich die Palette der Allergene im Laufe des Lebens verändern und erweitern kann.