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Hilfe - meine Katze trinkt so viel!

Es gibt einige Krankheiten, die hauptsächlich bei Wohnungskatzen vorkommen. Das liegt in erster Linie an der mangelnden Bewegung, die zu Übergewicht und Trägheit führt.

Ein Beispiel hierfür ist die Zuckerkrankheit, der so genannte Diabetes mellitus.

Die Erkrankung wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Es handelt sich meist um ältere (> 8 Jahre), kastrierte, männliche Stubentiger. Bei der Rasse 'Burma' gibt es eine erbliche Komponente.

In mehr als 80% der Fälle handelt es sich um einen Diabetes Typ 2, der durch einen Insulinmangel ausgelöst wird - vergleichbar mit dem Altersdiabetes beim Menschen. Das Hormon Insulin ist u.a. verantwortlich für den Transport des Blutzuckers in die Zellen zwecks Energiegewinnung.

 

Bei den betroffenen Katzen fällt ein kontinuierlicher Gewichtsverlust - trotz Heißhunger und viel Fressen - und vermehrtes Trinken/Pinkeln auf. Das Haarkleid wird schuppig und struppig. In fortgeschrittenen Fällen treten Gangstörungen auf; die Hinterbeine fußen dabei flächig bis zum Sprunggelenk auf. Als Begleiterscheinung kann es zu einer Blasenentzündung kommen.

Die Diagnose wird anhand einer Blutuntersuchung gestellt. Da Katzen generell bei Stress (Tierarztbesuch!) erhöhte Zuckerwerte im Blut aufweisen, wird oftmals noch ein unbeeinflusster Langzeit-Zuckerwert (= Fruktosamin) im Labor bestimmt.

 

Die Behandlung basiert auf 3 Säulen: Diät, Bewegung und Medikamente.

Das Futter muss proteinreich und kohlenhydratarm sein. Nassfutter enthält generell weniger Kohlenhydrate als Trockenfutter. Die Gesamtmenge sollte konstant gehalten und in kleinen Portionen gefüttert werden.

Die Gewichtsreduktion erfolgt durch vermehrte Bewegung. Dies kann durch Freigang, Spielen, Futter verstecken oder die Vergesellschaftung mit Artgenossen erreicht werden.

Mittlerweile sind spezielle Katzen-Insuline auf dem Markt. Sie müssen 2x täglich vom Tierhalter mit einer ganz dünnen Nadel unter die Haut gespritzt werden. Blutzuckermessungen zu Hause (am Ohr oder Ballen) erleichtern die richtige Dosis-Einstellung und Kontrolle. Einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung kann so vorgebeugt werden.

 

Es kann vorkommen, dass sich ein Diabetes zurückentwickelt. Dies geschieht meist innerhalb der ersten 6 Monate nach Behandlungsbeginn. Deshalb müssen regelmäßige Blutkontrollen durchgeführt werden. Bei guter Therapieeinstellung sind Lebensqualität und -erwartung der betroffenen Tiere kaum eingeschränkt.