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Panische Angst an Silvester

Viele Tierhalter kennen das alljährliche Szenario: Beim Übergang ins neue Jahr sitzt der geliebte Vierbeiner mit weit aufgerissenen Augen und Zitteranfällen am ganzen Körper hinter dem Sofa. Für einige beginnt der Spuk sogar schon am Nachmittag, wenn vereinzelte Knaller und Böller das herannahende Großereignis ankündigen.

Neigt sich das Jahr dem Ende und die ersten Böller kündigen den nahenden Jahreswechsel an, sind so manche Hunde nicht mehr ansprechbar oder lassen sich mit den ansonsten so geliebten Leckerlis ablenken. Sogar mehrere Tage kann der traumatische Rückzug andauern.

 In ihrer Not wünschen Hundebesitzer von ihrem Tierarzt die "klassischen" Mittel zur Ruhigstellung.

Doch die meisten Medikamente mindern zur Beruhigung nicht die innere Angst, sondern schwächen lediglich die Reaktion darauf ab. Das Tier ist bewegungslahm, durchlebt aber die gleichen Phobien. Mögliche Nebenwirkungen sind Blutdruckabfall oder unvorhersehbar paradoxe Erregungszustände.

Künstlich hergestellte Wohlfühlhormone schaffen eine angenehme, entspannte Atmosphäre. Diese sogenannten Pheromone werden von der Mutter ausgeschüttet, wenn sie ihre Welpen säugt, und geben dabei ein Gefühl von Geborgen- und Sicherheit. Solche Präparate sollten bereits einige Tage vor dem negativen Erlebnis angewandt werden. Es gibt sie in Tablettenform, als Halsband oder Zerstäuber für die Steckdose. Pflanzliche Beruhigungsmittel, Bachblütenmischungen und homöopathische Globuli werden mit wechselndem Erfolg eingesetzt.

Es kursieren viele praktische Tipps: Den Hund niemals alleine lassen, vorher auspowern, die Rollläden schließen, laute Musik anstellen, einen Hörschutz anziehen, Rückzugsmöglichkeiten bieten, übermäßiges Bemitleiden vermeiden, da es die Angst noch mehr bestärkt, entspannende Massagen anwenden, stundenlang über die Autobahn fahren u.v.m.

Aber was man auch anwendet, nichts davon wird einen nachhaltigen Effekt für die Folgejahre haben. Hier helfen nur verhaltenstherapeutische Maßnahmen, am besten unter der Anleitung eines Experten oder Hundetrainers. Angst kann durch Konfrontation, Gewöhnung, Desensibilisierung oder Ablenkung bekämpft werden. Die jeweilige Therapie muss auf den Einzelfall und den Charakter des Patienten abgestimmt sein. Manchmal müssen auch Psychopharmaka zum Einsatz kommen.

 Auch gilt es, dass Verhältnis von Hund und Besitzer zu stärken. Letzterer sollte als Rudelführer Ruhe, Selbstbewusstsein, Vertrauen und Schutz vermitteln, was sich meist generell positiv auf das Zusammenleben auswirkt. Nachhaltige Angstminimierung erfordert also viel Zeit und Geduld, aber es lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken!