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5 Mythen über Katzen und deren Haltung

1. Aus tiermedizinischer Sicht sind Katzen wie kleine Hunde zu behandeln.

Falsch! Katzen unterscheiden sich anatomisch und ernährungsphysiologisch in mancherlei Hinsicht von Hunden. Sie besitzen andere Enzymaktivitäten; dadurch werden bestimmte Inhaltsstoffe (in Medikamenten oder Pflanzen) schlechter abgebaut und dürfen deshalb nicht angewandt werden. Katzen sind reine Fleischfresser, währenddessen Hunde zu den Allesfressern gehören.

 

2. Die Zucker-Erkrankung bei der Katze ist vergleichbar mit der des Menschen.


Stimmt nicht ganz! Erkennbare Symptome und die Therapie sind zwar weitestgehend gleich, aber die Ursache ist unterschiedlich. Beim Menschen handelt es sich meist um die angeborene Form vom Typ II, bei der die einzelnen Zellen unempfindlich gegenüber Insulin reagieren. Bei Katzen vom Diabetes-Typ I wird dagegen aufgrund autoimmuner Vorgänge die generelle Insulinproduktion vermindert.

 

3. Katzen in einem Haushalt können Stress miteinander haben, ohne dass es zu auffälligen Streitereien/Rangeleien kommt.

Stimmt, denn eine Katze kann auch still unterdrückt werden und leiden. Dies zeigt sich durch verändertes Verhalten - wie Ängstlichkeit, Scheue, Rückzug, Verkriechen, Koten/Urinieren neben das Katzenklo. Der Dauerstress belastet das Immunsystem; es kommt zu mehr oder weniger typischen Krankheitszeichen (Blasenentzündung, Abmagerung, Aggressivität). Deshalb sollten immer genug Rückzugmöglichkeiten (erhöhte Liegeplätze) und Katzenklos (eins mehr als Tiere im Haushalt sind) vorhanden sein.

 

4. Katzen, die nur im Haus gehalten werden, benötigen keine Impfung.

Falsch! Die Erreger von Katzenschnupfen und -seuche können auch mit Kleidung und Schuhen eingeschleppt werden. Stubentiger sind sogar eher empfänglich als ihre draußen lebenden Artgenossen, deren Immunsystem meist bereits mehrfachen Kontakt zu den Viren gehabt und dadurch einen gewissen Eigenschutz aufgebaut hat.

 

5. Zivilisationserkrankungen nehmen auch bei unseren Katzen deutlich zu.

Stimmt! Durch veränderte Haltungsbedingungen und Ernährungsgewohnheiten, Übergewicht, "Überzüchtungen" und sonstige - z.T. unbekannte - Faktoren treten heutzutage gehäuft Krankheiten auf, die früher relativ selten vorkamen. Hierzu zählen Allergien (besonders gegenüber Futtermittelkomponenten), Schilddrüsenüberfunktion, Nierenschwäche und Kristallbildung im Urin.