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Ein Kaninchen kommt ins Haus

Bei der Fütterung von Kaninchen ist es wichtig, dass gekauftes Fertigfutter und Wurzelfrüchte in nur geringen Mengen, Heu dagegen reichlich und immer zugänglich verabreicht werden muss. Heimkaninchen sind meistens überfüttert und verfettet, das belastet den Körper und das Immunsystem und fördert Krankheiten. Frisches Trinkwasser sollte immer zur Verfügung stehen.

Die Zähne des Kaninchens wachsen lebenslang und können bei ungenügend gegenseitiger Abreibung zu Kauproblemen führen. Auch die Krallen müssen regelmäßig auf ihre Länge hin untersucht und gegebenenfalls gekürzt werden, damit es nicht zu Unfällen durch Hängenbleiben oder Ausreißen kommt.

 

Eine Besonderheit des Kaninchens ist die so genannte Koprophagie. Die Tiere bilden zwei Sorten Kot: Die bekannten festen und trockenen Kotkügelchen und den weichen helleren Blinddarmkot, der – meist in der Nacht – direkt vom After gefressen wird. Dadurch werden wertvolle Vitamine und Bakterien für die Verdauung wieder aufgenommen.

 

Obwohl das Kaninchen aus südlichen Gefilden stammt, kann es Hitze sehr schlecht vertragen.

 

 

Auch Kaninchen brauchen Schutzimpfungen. Die Myxomatose ist eine Erkrankung, die in den vergangenen Jahren wieder zugenommen hat. Die Übertragung vom Wild- auf das Hauskaninchen findet durch Stechmücken und den Kaninchenfloh statt, weshalb Krankheitsausbrüche hauptsächlich in den wärmeren Monaten zu finden sind.

 

Der Erreger ist ein Pockenvirus, dementsprechend sind die Krankheitserscheinungen. Wenige Tage nach der Infektion treten pockenartige Knoten an den Ohrmuscheln auf, oder/und die Augenlider und Geschlechtsorgane schwellen massiv an mit Eiterung. Die Tiere verweigern Wasser und Nahrung, werden apathisch und sterben fast immer.

 

Eine symptomatische Therapie ist meist aussichtslos, Spontanheilungen sind möglich. Vorbeugend wirken mechanische Maßnahmen, wie das Anbringen von Fliegengittern und die Bekämpfung von Ektoparasiten. Eine Impfung ist möglich und empfehlenswert, bringt aber keine 100 prozentige Schutzwirkung. Trotz Impfung erkrankte Tiere überleben aber zumindest in den meisten Fällen. Die Impfung muss halbjährlich erfolgen.

Die Hämorrhagische Kaninchenkrankheit (RHD) – auch Chinaseuche genannt, da 1984 zum ersten Mal in China aufgetreten – kommt seltener vor. Sie wird ebenfalls durch ein Virus hervorgerufen, welches direkt oder indirekt (zum Beispiel über ungewaschenes Grünfutter, Insekten) übertragen werden kann. Der Verlauf der Krankheit hängt von der Widerstandsfähigkraft der Kaninchen ab. Beim akuten Verlauf zeigen die Tiere einige Tage Unruhe, Benommenheit, Atembeschwerden, Fieber und zum Teil blutiges Nasensekret, bis der Tod eintritt. Eine Therapie gibt es nicht. Die wichtigste prophylaktische Maßnahme ist die jährliche Schutzimpfung.