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Kristalle im Urin - was ist das?

Ähnlich wie beim Menschen treten auch bei unseren domestizierten Tieren zunehmend Krankheiten auf, die es früher in solcher Dimension und/oder Ausprägung nicht gegeben hat. Einige dieser "Zivilisationskrankheiten" sind Allergien, Schilddrüsenfehlfunktionen und Fettleibigkeit.

 

Aber auch die Kristall-Ausfällung im Harn von Kaninchen, Hund und besonders Katze gehört dazu. Die Tiere werden meist wegen blutigem Urin oder Harnabsatzproblemen beim Tierarzt vorgestellt. Zudem können Symptome einer Blasenentzündung mit ständig tröpfelndem Harndrang und Schmerzanzeichen vorliegen. In schwerwiegenderen Fällen ist kein Urinabsatz mehr möglich.

 

Rasche Klärung bringt die Untersuchung einer Urinprobe. Diese kann auf natürlichem Wege (Katzenklo), durch manuelles Ausdrücken oder Punktion der Harnblase unter Ultraschallkontrolle gewonnen werden. Nach Zentrifugieren der Probe wird sie unter dem Mikroskop betrachtet. Neben verschiedenen Zelltypen und Bakterien sind oft auch Kristalle sichtbar.

 

Diese unterscheiden sich in Form, Farbe und Vorkommen, und können so genauer identifiziert werden. Bei Unklarheiten erfolgt die chemische Analyse im Labor. Das Problem der so genannten Kristallurie liegt in der dauerhaften mechanischen Reizung der Blasenwand, was letztendlich zu einer Blasenentzündung führt. Auch können einzelne Teilchen abschwemmen und die Harnröhre verstopfen, was besonders häufig bei übergewichtigen Stubenkatern vorkommt.

 

Aus Kristallen können Harnsteine entstehen, die meist nur noch operativ zu beseitigen sind. Beim Kaninchen führt zu calciumreiches Futter (hohe Kräutergaben) zu Ausfällungen im Urin, was auch als Blasenschlamm bezeichnet wird. Im Laufe der Zeit können sich daraus dichte Steine entwickeln, die mittels einer Röntgenuntersuchung nachgewiesen werden können.

 

Je nach elementarer Zusammensetzung der Kristalle unterscheidet man verschiedene Typen; die wohl bekanntesten und verbreitetsten sind Struvite und Kalziumoxalate. Mittlerweile gibt es entsprechende Diäten für Hund und Katze im Handel oder zum Selberkochen, welche die Kristalle auflösen bzw. verhindern sollen. Dabei muss das Futter oft lebenslang gegeben werden, da es sonst zu Rückfällen kommt.

 

Die Ursachen von Kristallbildung sind nicht genau bekannt. Möglicherweise entstehen sie als Folge von Harnwegsinfektionen sowie fütterungs- und haltungsbedingten Faktoren (zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, Stress).