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Meerschweinchen mit dicker Lippe

Zuerst bilden sich kleine Schorfstellen und Risse an den Lippen, dann entstehen dicke Krusten und eine starke Entzündung des gesamten Lippenbereichs. In fortgeschrittenem Stadium werden auch Nase und Gesicht befallen. Das Meerschweinchen sieht dann entstellt aus und macht seinem Besitzer große Sorgen. Diagnose: Lippengrind, eine der häufigsten Hautkrankheiten bei Meerschweinchen, die aber grundsätzlich gut behandelbarund meist wenig gefährlich für den kuscheligen Nager ist.

Wer schorfige Stellen am Mäulchen seines Meerschweinchens entdeckt, sollte mit einem Tierarztbesuch nicht zu lange warten. Denn die Behandlung kann sich als schwierig erweisen, weil die Erkrankung mehrere Ursachen haben kann und diese natürlich erst herausgefunden werden müssen, bevor man therapieren kann. Meistens ist es ein Mangel an Vitamin A, C und ungesättigten Fettsäuren.

 

Mögliche Ursachen

Lippengrind kann aber auch noch andere Ursachen haben. Er kann als Folge von Bakterien- oder Pilzinfektionen entstehen: Ein Juckreiz am Körper verleitet das Meerschweinchen zum Kratzen, wodurch die Erreger in Kontakt mit der empfindlichen Schleimhaut der Lippen kommen. Auch Zahnfehlstellungen können zur Entstehung von Lippengrind führen, wenn durch Speisereste zwischen den Schneidezähnen Zersetzungsbakterien aktiv werden.

Außerdem begünstigen Stress und Fehlernährung das Entstehen von Lippengrind. Oft ist es eine Kombination mehrerer Faktoren, die den lästigen Lippengrind auslösen.

 

 

 

Wundbehandlung und Vitaminzufuhr

Besteht der Verdacht, dass dem Tier wichtige Vitamine fehlen, besteht die erste Behandlung von Lippengrind in einer ausreichenden Versorgung mit Vitaminen A und C durch ausgewogene Frischfütterung. Ungesättigte Fettsäuren in Form von Sonnenblumenkernen oder geschrotetem Leinsamen sind ebenfalls ratsam. Zur lokalen Behandlung kann der Tierarzt geeignete Mittel verschreiben. In leichteren Fällen setzt man zunächst ein schleimhautverträgliches Desinfektionsmittel ein, das gegen Bakterien, Pilze und Hefen wirkt, und behandelt die befallenen Stellen zusätzlich mit Wundsalben. Der Schorf sollte übrigens nicht manuell entfernt werden, er fällt im Erfolgsfall von selbst ab. Als fördernd für die Heilung haben sich vielfach auch Sonnenlicht und frische Luft erwiesen.

 

Wie man vorbeugen kann

Die beste Vorbeugung ist, wenn Meerschweinchenbesitzer grundsätzlich für eine stressfreie Haltung und vitaminhaltiges Futter sorgen. Optimal ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit Frischfutter – allerdings sollte das Tier langsam daran gewöhnt werden, um Durchfall zu vermeiden. Zusätzliche Vitamingaben sind ohne Absprache mit dem Tierarzt nicht empfehlenswert. Dagegen sollten dem Tier täglich ein paar geschälte Sonnenblumenkerne oder einige Tropfen Lein- oder Sesamöl gegönnt werden, denn diese enthalten ungesättigte Fettsäuren.

 

Deutsches Grünes Kreuz