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Intelligente und verspielte Nagetiere

Mäuse leben gesellig in Sippen und sind daher zur Einzelhaltung nicht geeignet. Im Folgenden haben wir einige historische Infos und Tipps zur Haltung für Sie zusammengefasst.

Kaum ein anderes Säugetier gilt als so gut erforscht wie die zahmen Abkömmlinge der Hausmaus und der Labormäuse. Zudem sind sie intelligente und verspielte Nagetiere, immer neugierig und voller Aktivitäten, vor allem in der Dämmerung.

 

Das ausgeprägte Sozialverhalten ist ebenso interessant zu beobachten wie die unermüdliche Futtersuche. Das Zusammenleben mit dem Menschen hat große Tradition. Mäuse erwähnte man seit über 3.000 Jahren im Zusammenhang mit kultischen Vorgängen. Albinomäuse – Tier ohne Haut- und Haarpigmente – kennt man in China schon ebenso lange; sie waren als Helfer von Wahrsagern beliebt.

 

Seit dem Jahr 1664 dienten Mäuse als Versuchstiere in Medizin-Experimenten. Den ersten so genannten Inzuchtstamm mit gefestigten Merkmalen dank strenger Zuchtauslese gibt es seit 1909 und von da an begann die eigentliche Haustier-Entwicklung (Domestikation). Zwischen 1920 und 1930 gab es schon eine sehr große Verbreitung in den Labors der Welt und von dort aus haben sich auch unsere Heim-Mäuse entwickelt.

 

Dank der variablen Erbanlagen kennen wir neben der klassischen weißen Maus (Albino mit roten Augen, aber auch aufgehellte Schläge mit dunklen Augen); die zwar zahmen, aber wildfarbenen Mäuse, cremefarbene, braune, schwarze und graublaue Tiere sowie Schecken. In Großbritannien gibt es sogar Clubs und Standard-Zuchtvorschriften.

 

Wilde Mäuse sind weltweit verbreitete, anpassungsfähige Überlebenskünstler. Da sie ursprünglich aus Steppenregionen (Nordwestafrika, Ostasien) kommen, ist eine trockene Haltung angezeigt. Nasse Stellen im Heim sowie zu feuchte Luft vertragen Mäuse nicht. Ansonsten sind sie ideale Heimtiere für Tierfreunde aller Altersklassen mit nicht so viel Platz. Da Mäuse bevorzugt in den Morgen- und Abendstunden aktiv sind, kann auch der berufstätige Mensch diese Tiere halten.

 

Mäuse leben gesellig in Sippen und sind daher zur Einzelhaltung nicht geeignet. Soziale Körperpflege und gemeinsame Schlafnester gehören zum normalen Verhalten. Selbst bei gutem Willen wird es Ihnen nie vollständig gelingen, das Zusammenleben mit Artgenossen zu ersetzen. Deshalb ist die Anschaffung von wenigstens zwei gleichgeschlechtlichen Tieren empfehlenswert. Übrigens werden auch mehrere Mäuse ebenso zahm und zutraulich wie ein einzeln gehaltenes Tier.

 

Die Gruppenhaltung von Wurfgeschwistern oder sehr jung aneinander gewöhnten Tiere ist ideal. Der Standort für das eng und quer verdrahtete Heim sollte zwar hell und warm sein, jedoch nicht in der Nähe von Heizkörpern liegen oder durch Sonneneinstrahlung zu extremen Aufwärmungen neigen. Dass die Tiere keinerlei Zugluft vertragen und davon ernsthaft erkranken können, bedarf wohl kaum besonderer Erwähnung.

 

Zur besseren Beobachtung und um den Tieren unnötigen Stress zu ersparen, sollte das Heim nicht auf dem Boden, sondern besser erhöht auf einem Tisch, Regal oder Schränkchen stehen. Genügend Abstand zu Radio- oder Fernsehgeräten sollte wegen des empfindlichen Gehörs der Mäuse absolut gewahrt werden.

 

Ein Freilauf in der Wohnung ohne Ihre aufmerksame Beobachtung birgt vielerlei Gefahren! Da sich die Tiere die meiste Zeit des Tages in ihrem Heim aufhalten, sollte er nicht nur geräumig, sondern auch sinnvoll ausgestattet sein. Mit Ästen, Röhren und Sitzbrettern sollte eine dreidimensionale, also mehrgeschossige Einrichtung geschaffen werden. Futternapf, Trinkröhrchen und natürlich wenigstens eine Schlafhöhle, mit etwas zookauf-Heu oder -Stroh ausgepolstert, sollten nicht fehlen. Der weiteren Ausstattung mit Seilen, Spielsachen und Leitern sind keine Grenzen gesetzt.

 

Zum Transport nach dem Kauf oder auch zu späteren Gelegenheiten eignen sich besonders gut transparente Plastik-Transportbehälter mit ausreichend Luftschlitzen. Bei winterlichen Temperaturen sollten Sie den Transportbehälter zusätzlich noch mit einem Handtuch o.ä. isolieren, um das Tier vor Kälte oder Zugluft zu schützen.