Bedürfnisse beliebter Zwerghamsterarten

Wer eine Vorliebe für Nager im Kleinformat hat und diese gerne bei ihren Streifzügen durch ihr Revier beobachtet, der wird schnell Gefallen an den nachtaktiven Zwerghamstern finden. Doch die Größe der Tiere sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch sie besondere Bedürfnisse besitzen.

Auch wenn sie sich auf den ersten Blick von der Größe kaum unterscheiden lassen, so gibt es vier Zwerghamsterarten, die als Heimtiere gehalten werden können und deren Ansprüchen und Verhalten durchaus von Art zu Art gewisse Besonderheiten aufweisen.

 

Zwerg ist nicht gleich Zwerg

Der Campells Zwerghamster (Phodopus campbelli) ist die am häufigsten angebotene Zwerghamsterart im Zoofachmarkt. Mit einem Gewicht von 30 bis 50 Gramm und einer Länge von acht bis zehn Zentimeter werden sie in verschiedenen Farbvarianten angeboten. Die Wildform hat einen gelbbraunen Rücken mit schwarzen Aalstrichen und einen weißen Bauch. Die munteren Tierchen, die zwischen eineinhalb und drei Jahre alt werden können, müssen unbedingt einzeln gehalten werden. Ruhe und Geduld des Pflegers vorausgesetzt, gewöhnt sich das Tier an seinen Menschen.

Der Dsungarische Zwerghamster (Phodopus sungorus) ähnelt den Campells Zwerghamstern sehr. Daher ist es nicht immer leicht, sie auseinander zu halten. Sie werden etwa acht bis zehn Zentimeter groß und erreichen ein Gewicht zwischen 40 und 45 Gramm. Auch diese Mini-Vertreter, die circa eineinhalb bis zwei Jahre alt werden, gibt es mittlerweile in vielen Zuchtfarben. Die Wildform hat einen grauen Rücken mit dem typisch markanten schwarzen Aalstrich. Bauch, Pfötchen und Schwanz sind weiß bis grauweiß. Auch bei dieser Art ist eine Einzelhaltung vorzuziehen. Mit entsprechender Geduld gewöhnen sich die kleinen Nager recht schnell an ihren Halter.

Der Chinesische Streifenhamster (Cricetulus griseus) kann bis zu zwölf Zentimeter groß werden und ist damit eindeutig der größte unter den vier hier vorgestellten Arten. Sein Gewicht beträgt etwa 45 Gramm und die Lebenserwartung liegt bei circa zwei bis vier Jahren. Während die Färbung sowie der Aalstrich denen der Campells und den Dsungarischen Zwerghamstern gleicht, ist der längere Schwanz des Chinesischen Streifenhamsters ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Arten. Der ausgeprägte Einzelgänger lässt sich bei artgerechter Haltung relativ leicht an seinen Pfleger gewöhnen.

Keine Schwierigkeiten mit einer Verwechslung unter seinen Zwergen-Kollegen gibt es beim Roborowski-Zwerghamster. Mit einer Maximalgröße von neun Zentimetern ist er kleiner als die anderen Arten. Darüber hinaus hat er als einziger keinen Aalstrich auf dem Rücken und ist somit auch durch seine Färbung leicht zu unterscheiden. Sein Fell ist sandfarben oder gelbgrau gefärbt. Bauch und Pfötchen sind weiß. Zwischen eineinhalb und zweieinhalb Jahren werden die ausgesprochen agilen Tiere alt. Sie lassen sich nur sehr ungern in die Hand nehmen, weshalb sie für Kinder noch weniger geeignet sind.

 

Singledasein bevorzugt

Wenn Du einen Zwerghamster als Haustier halten möchtest, wirst Du Dir spätestens vor dem Einzug Deines Mini-Nagers die Frage stellen: Wie steht es um einen Spielkameraden für meinen Zwerghamster? Grundsätzlich raten Experten davon ab, denn in freier Natur kommen alle Hamsterarten am besten alleine zurecht. Doch was wäre eine Regel ohne Ausnahmen und so gibt es natürlich auch Versuche, Geschwister gleichen Geschlechts zu vergesellschaften. Mal funktioniert es, mal eben nicht! Da Beißereien und Machtkämpfe unter den Streithähnen die Folge sein können und die Tiere in einem solchen Fall unbedingt getrennt werden müssen, ist eine Einzelhaltung der kletterfreudigen Nager stets vorzuziehen. In jedem Fall sollten niemals zwei Hamster in ein Gehege gesetzt werden, die sich nicht kennen. Wenn Du also mit Rücksicht und Bedacht auf die Bedürfnisse der Nager eingehst, ersparst Du den Tieren viel Stress!

 

So viel Abwechslung wie möglich

Auch der größte Käfig ist für das nachtaktive Kerlchen immer nur ein begrenzter Lebensraum. Denn in der Natur legen Hamster in der Nacht mehrere Kilometer zurück. Umso wichtiger ist es, dass den Tieren durch geeignete Einrichtung mit zusätzlichen geschaffenen Etagen viel Freiraum für ausgedehnte Erkundungstouren angeboten wird. Mit verschiedenen Häuschen, Höhlensystemen, einem Sandbad, Klettermöglichkeiten und einem artgerechten Laufrad kannst Du ein wahres Hamster-Paradies gestalten.

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