Sehvermögen bei Hund und Katze

Hunde und Katzen haben außergewöhnliche Sinnesorgane. Dazu gehören die Augen. Diese liegen in den beiden Augenhöhlen des Schädels und werden äußerlich durch das obere und untere Augenlid begrenzt. Zusätzlich besitzen unsere Vierbeiner noch ein drittes Augenlid – die so genannte Nickhaut. Sie befindet sich im inneren Augenwinkel und kann bei bestimmten Krankheitszuständen vorfallen.

Das äußere Auge besteht aus verschiedenen Tränendrüsen mit entsprechenden Abflusskanälen und der Hornhaut. Letztere ist sehr empfindlich gegenüber Verletzungen und Austrocknung. Hinter der Hornhaut befindet sich die flüssigkeitsgefüllte vordere Augenkammer, gefolgt von einem mittig-dunklen Strahlendurchgangsloch – die Pupille. Diese wird rundherum durch die Iris begrenzt, welche farblich unterschiedlich und pigmentiert sein kann. Die Pupille kann weit (= Mydriasis) oder eng (= Miosis) gestellt werden.

Die hintere Augenkammer besteht aus der Linse, welche für die Nah- und Fernsicht-Einstellung zuständig ist. Das Augeninnere besteht aus dem Glaskörper mit gallertigem Inhalt. Im Hintergrund ist die Netzhaut, die für das eigentliche Sehen zuständig ist. Dabei sind Stäbchen für das Hell-Dunkel-Sehen und Zäpfchen für das Farbsehen verantwortlich. Diese Informationen werden über den zentralen Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet.

Unterschiede zwischen dem menschlichen und tierischen Sehvermögen
Das Gesichtsfeld beim Menschen beträgt 180 Grad, da unsere Augen sehr frontal liegen. Auch bei Hunden hat die Lage der Augen Auswirkungen auf das Sehfeld. Daher kann es bei Hunden zu rassebedingten Unterschieden kommen. Hunde mit langen Schnauzen haben beispielsweise ein Gesichtsfeld von bis zu 270 Grad, da die Augen seitlicher liegen. Bei Rassen mit kurzen Schnauzen hingegen sind die Augen eher frontal positioniert. Sie haben daher nur ein Gesichtsfeld von bis zu 220 Grad. Die Augen der Katze sind ebenso nach vorn ausgerichtet. Katzen haben daher ein Gesichtsfeld von 200 bis 220 Grad, ohne ihren Kopf bewegen zu müssen.

Für das Sehen sind Rezeptoren verantwortlich – die sogenannten Stäbchen und Zapfen. Die Zapfen sind für das Sehen von Farben verantwortlich. Menschen haben drei unterschiedliche Zapfentypen für rot, grün und blau. Aus diesen wird dann das gesamte Farbspektrum gebildet. Hunde und Katzen haben nur zwei Zapfen, die empfänglich sind für Blau und Gelb. Daher sind sie im Farbsehen bei roten und grünen Tönen eingeschränkt.

Unsere Fellnasen haben zwar weniger Zapfen als Menschen, dafür haben sie mehr Stäbchen im Auge. Diese sind für die Lichtempfindlichkeit zuständig. Bei schlechtem Licht können Hunde und Katzen also viel besser sehen als Menschen. Hinzu kommt, dass beide Vierbeiner eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut haben, die sich „Tapetum lucidum“ nennt. Das Licht, das darauf fällt, wird wie bei einem Spiegel noch einmal auf die Netzhaut zurückgeworfen. Diese anatomische Besonderheit ermöglicht also eine höhere Lichtausbeute in der Dämmerung. Das „Tapetum lucidum“ führt auch dazu, dass die Augen von Hund und Katze im Dunkeln leuchten.

Die meisten Hunde sehen sehr gut, wobei es auch hier rassespezifische Unterschiede gibt. So sind Collies, Rottweiler, Pudel und Zwergschnauzer eher kurzsichtig, während Malamutes, Australian Shepherds und Bouviers zur Weitsichtigkeit neigen. Katzen können nahe Dinge schlecht scharf sehen. Dafür können Katzen schnelle Bewegungen sehr gut registrieren. Diese Eigenschaft ist besonders für die Jagd nützlich.

Aufgrund unterschiedlicher biochemischer Vorgänge neigt der Hund im Alter eher zur Trübung und gräulichen Verfärbung der Linse (= Grauer Star) als die Katze. Beim Grünen Star – auch Glaukom genannt – besteht eine krankhafte Steigerung des Augeninnendrucks. Dadurch schimmert das Auge grünlich.

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