Rasseportrait: Abessinier

Der Puma unter den Haustigern

Lebhaft und voller Bewegungsdrang erforschen Abessinier ihre Umwelt. Die vermutlich aus Südostasien stammende Rassekatze ist sehr menschenbezogen und mit ihrem schlanken Körper und hohen Beinen ähnelt sie stark ihrem wilden Verwandten – dem Puma.

Auch wenn ihr Erscheinungsbild ähnlich der Katze auf altägyptischen Skulpturen oder Abbildungen gleicht, weder stammt die elegante Rasse aus Ägypten noch verweist ihr Name auf das frühere Abessinien, dem heutigen Äthiopien. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist ihr Ursprung in Teilen Südostasiens zu finden.

Agouti-Effekt

Ihr einzigartiges Fell ist meist hellbraun, kurzhaarig, eng anliegend und weist eine auffällige Bänderung (Ticking) der einzelnen Haare auf. So ist bei den wildfarbenen Tieren von der Wurzel an das Haar hell, zur Mitte färbt es sich braun-orange und an den Haarspitzen schwarz. Diese besondere Fellstruktur – auch als Agouti-Effekt bekannt – ist im Aussehen vergleichbar mit dem Fell von Wildhasen, weshalb man die Abessinier in der Vergangenheit auch gerne als Hasenkatze

bezeichnete. Der Aalstrich, ein durchgehend dunkler Farbstreifen, verläuft vom Rücken bis zur Schwanzspitze des Tieres.

Minipuma als Haustier

Es ist wohl ihr schlanker wie muskulöser Körper und die großen, mandelförmigen Augen, die das Aussehen der Abessinier als Puma in Miniformat erscheinen lässt und viele Tierfreund*innen

fasziniert. Die verspielten und kletterfreudigen Tiere legen großen Wert auf Unabhängigkeit und sind doch zugleich absolut treue und anhängliche Gefährten gegenüber ihren Lieblingsmenschen. Damit die äußerst intelligenten und agilen Abys ihrem ausgeprägten Jagdtrieb nachkommen können, ist viel Bewegungsraum und Beschäftigung für die neugierigen Forscher nötig. Eine Einzelhaltung der Tiere ist zukünftigen Halter*innen nicht zu empfehlen, denn die munteren Gesellen benötigen unbedingt den sozialen Kontakt zu Artgenossen, mit denen sie nach Herzenslust toben können. Als reine Wohnungskatzen brauchen sie zusätzlich viele Spielstunden mit ihrem Menschen sowie den Zuspruch ihres geliebten Zweibeiners. Die edle Rassekatze ist eine eher akustisch leisere Vertreterin ihrer Art, die von ihrer zarten, etwas gedämpft klingenden Stimme selten Gebrauch macht.

Reif für die Abys?

Der hohe Zeitaufwand, der mit der Haltung von Abessiniern verbunden ist, sollte Berufstätige davon abhalten, sich für diese Rasse zu entscheiden. Abys sind nicht gerne alleine und benötigen den engen Kontakt zu ihrer Bezugsperson.

Rassetypische Krankheiten

In der Regel erfreuen sich Abessinier bei artgerechter Haltung bester Gesundheit, doch leider existieren bei dieser Rasse auch spezielle Erbkrankheiten, bedingt durch Inzucht aus der Anfangsphase der Zucht. So etwa die PRA (Progressive Retina Atrophie), eine rezessiv vererbte Stäbchen-Zapfen-Degeneration, bei der die Netzhaut des Auges durch eine Stoffwechselstörung irreparabel und fortschreitend zerstört wird und die betroffene Katze erblindet. Eine weitere Erbkrankheit ist die PK (Pyruvat Kinase), dabei handelt es sich um eine unheilbare Form der Blutarmut (Anämie), die durch ein fehlendes Enzym, das für die Bildung roter Blutkörperchen verantwortlich ist, verursacht wird. In beiden Fällen stehen jedoch zuverlässige DANN-Tests zur Verfügung, um erkrankte Tiere zweifelsfrei zu identifizieren.

Verantwortungsvoller Umgang

Wer sich für den Kauf dieser Edelkatze entschließt, sollte ausschließlich den Erwerb der Tiere bei einem seriösen Züchter tätigen. Denn dieser wird bereits vor Zuchteinsatz klären, wie die genetischen Veranlagungen der ausgewählten Zuchttiere in Bezug auf die Erbkrankheiten sind. Und mit einem gesunden, entwurmten und geimpften Jungtier kann dann für den neuen Halter oder die neue Halterin das Aby-Abenteuer beginnen!

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