Rasseportrait: Berger de Brie

Bonjour Briard

Zugegeben, wer von französischem Flair oder einem Hauch von Savoir-vivre spricht, hat wohl selten einen Hund im Sinn, sondern verspürt eher die Atmosphäre französischer Lebensart. Doch in gewisser Weise kommt auch mit einem Berger de Brie – auch Briard genannt – ein Stück Frankreich ins Haus, denn der liebenswerte und einstige Hirtenhund hat seinen Ursprung im Land der Trikolore.

Der charmante Franzose besitzt eine bemerkenswerte und uralte Rassegeschichte. Ein historischer Fund aus dem Jahre 1371 belegt die Identität eines briardähnlichen Hundes. In einem Werk des französischen Naturforschers Georges-Louis Leclerc de Buffon wird 1785 erstmals mit dem „Chien de Brie“ ein langhaariger und zumeist schwarzer Hund erwähnt, der zum Hüten und Bewachen von Herden eingesetzt wurde. Bis er als eigenständige Rasse anerkannt wird, dauert es allerdings noch gute 111 Jahre. Ein Jahr später, genauer 1897, folgte die Erstellung und Veröffentlichung eines ersten Standards vom Club für Hirtenhunde.

EIN BRIARD IST UNGERN ALLEIN

Seine erfolgreiche Arbeit als Hütehund von Schaf- und Rinderherden ist mittlerweile Geschichte, doch der freundliche und überaus intelligente Briard macht auch als Familienhund seine Sache außerordentlich gut. Es gibt eine ganze Reihe von positiven Eigenschaften, die auf das Wesen des langhaarigen Hausgenossen zutreffen. Klugheit, Mut, Kraft, Ausdauer, Lernfähigkeit und Bereitwilligkeit sind nur einige der positiven Charakterbeschreibungen, durch die sich der vierbeinige Franzose auszeichnet. Hütet er auch keine Tierherde mehr, so legt er den Fokus seines ausgeprägten Schutzinstinkts heutzutage nur zu gern auf sein menschliches Rudel, das er auf seine liebenswerte Art und Weise stets im Blick hat und wenn nötig auch zusammenhält. Bei all seiner Wachsamkeit und Furchtlosigkeit ist der gutmütige Vierbeiner nicht gerne allein. Zukünftige Besitzer sollten stundenweise Trennungen möglichst frühzeitig üben.

WAHRES ENERGIEBÜNDEL

Das Wissen über die Historie des Briard lässt erahnen, dass der einstige Hütehund unbedingt Beschäftigung benötigt. Er ist von einem enormen Temperament und fast überschäumenden Tätigkeitsdrang. Und was ihm früher durch die Arbeit mit Schaf- und Rinderherden gelang, muss heute durch sportliche Aktivitäten kompensiert werden. Für die nötige Auslastung des Briard sind tägliche Herausforderungen ein Muss. Als Rettungs- oder Therapiehund, aber auch im Breiten- und im Schutzhundesport stellt er sein ganzes Können unter Beweis. Jedem zukünftigen Besitzer dieses sanftmütigen Tieres ist es zu empfehlen, eine Hundeschule zu besuchen, denn sein durchaus starkes Selbstbewusstsein erfordert von Anfang an eine gute Erziehung. Das notwendige Vertrauen in seinen zweibeinigen Rudelführer, macht den Briard zu einem sehr lernwilligen und gut erziehbaren Hund und damit zu einem perfekten Begleiter durch den Alltag, der nur zu gerne überall dabei ist, wohin auch sein menschliches Rudel geht.

SCHÖNHEIT MUSS GEPFLEGT WERDEN

Das lange und gewellte Fell des mittelgroßen Briard bedarf einer regelmäßigen Pflege. Auch wenn das sogenannte Ziegenhaar etwas weniger pflegeaufwändig ist, so werden die Tiere in der Regel

einmal wöchentlich intensiv gebürstet und gekämmt, um mögliche Verfilzungen zu lösen und überschüssige Unterwolle herauszunehmen. Wichtig ist, diese Pflegeprozedur bereits im Welpenalter durchzuführen, damit sich die Tiere frühzeitig an die Schönheitspflege gewöhnen. Gleichzeitig festigt dieses Ritual die Bindung zwischen Zwei- und Vierbeiner ungemein und stärkt das gegenseitige Vertrauen.

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