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Würmer gibt es auch in Herz und Lunge

Im Zuge des Klimawandels und zunehmenden Reiseverkehrs verändern sich auch die Krankheitserreger, die uns bedrohen. Keime, die früher nur in warmen südlichen Gefilden vorkamen, sind mittlerweile auch bei uns verbreitet. Was die wenigsten wissen: Das trifft nicht nur auf Bakterien und Viren, sondern auch auf Würmer zu. Sie befallen einerseits den Verdauungstrakt, können sich aber auch in Lunge und am Herzen festsetzen und dort Schaden anrichten.

 

Der Lungenwurm 'Angiostrongylus vasorum' befällt hauptsächlich Fuchs und Hund und wird über den Verzehr von Schnecken aufgenommen. Die Larven gelangen auf Umwegen in die Lunge, wo sie sich zu Würmern entwickeln. Beim Hochhusten werden sie abgeschluckt und dann mit dem Kot wieder ausgeschieden, sodass der Vermehrungskreislauf von vorne beginnen kann.

 

Die betroffenen Tiere sind meist relativ jung. Die Symptomatik ist vielseitig: Die Infektion kann symptomlos verlaufen oder es kommt zu Husten, erschwerter Atmung, Leistungsschwäche bis hin zum plötzlichen Tod. Auch zentralnervöse Störungen können auftreten. Der Nachweis der Parasiten erfolgt letztendlich anhand einer Blut- oder Kotuntersuchung (Sammelkot von drei Tagen). Verschiedene Wurmmedikamente werden zur Behandlung eingesetzt. Die Prognose ist günstig, sofern die Krankheit rechtzeitig erkannt wird.

 

Der Herzwurm 'Dirofilaria immitis' wird durch Stechmücken übertragen. Die Parasiten gelangen über das Blut in die großen Körpergefäße bis zum Herzen, wo sie sich festsetzen und schwere Entzündungen hervorrufen. Der Blutfluss ist gestört, das Herz überlastet. Manchmal vergehen Monate und Jahre bis zum Auftreten von Krankheitssymptomen; dem Tier geht es schleichend schlechter. Es zeigen sich eine deutliche Gewichtsabnahme, Schwäche, Husten und schwerfällige Atmung. Dabei hat die Anzahl der Würmer einen Effekt auf den Schweregrad der Erkrankung.

 

Mittels einer Blut-, Röntgen- und Ultraschalluntersuchung wird die Diagnose gestellt. Dabei ist die Therapie nicht ganz ungefährlich und erfolgt in mehreren Stufen. Zuerst wird der Allgemeinzustand des Patienten stabilisiert, um die Nebenwirkungen der Behandlung zu minimieren. Dann müssen die Larven, erwachsenen Würmer und von ihnen beherbergte Bakterien mit verschiedenen Arzneien nacheinander abgetötet werden. Es besteht die Gefahr der Abschwemmung von Gerinnseln im Blut, was zu Embolien führen kann.

Deshalb sollten Hunde regelmäßig und mit entsprechenden Präparaten entwurmt werden – nicht nur bei Reisen ins wärmere Ausland.