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Cortison, ein Teufelszeug?

Glucocorticoide sind wichtige körpereigene Hormone und werden in den kleinen, unscheinbaren Nebennieren produziert. Corticoide regeln den Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel.

So kontrollieren sie beispielsweise über die Leber den Zuckerspiegel und die Konzentration bestimmter Eiweiße im Blut. Auch die Kraft des Herzschlages, der Blutdruck und die Magensaftproduktion werden durch Cortison entscheidend mitgesteuert. Die Untergruppe der Mineralocorticoide ist für den Wasser- und Elektrolythaushalt in der Niere mitverantwortlich. Corticoide wirken stark entzündungshemmend und juckreizstillend.

Künstliche Cortisone als Medikamente haben generell keinen guten Ruf. Sie gelten als nebenwirkungsreich und werden manchmal zu leichtfertig eingesetzt, besonders in der Tiermedizin. Über einen längeren Zeitraum oder in höheren Dosen wirken sie schwächend auf das Immunsystem, können Magengeschwüre verursachen oder Diabetes auslösen. Durch die Auswirkungen auf den Stoffwechsel und den Wasserhaushalt haben Tiere während der Behandlung häufig Heißhunger und trinken wesentlich mehr als sonst.

Es gibt einige Erkrankungen, bei denen die Gabe von Cortisonen durchaus sinnvoll ist und lebensrettend sein kann. Bei den sogenannten Autoimmunerkrankungen richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Zellen, die nicht als solche erkannt werden. Es kommt zu massiven Entzündungen mit Mangel an bestimmten Blutzellen und den Folgen (Blutarmut). Glucocorticoide drosseln die überschießende Reaktion des Immunsystems und sind oft die einzige Möglichkeit, diese Art von Krankheiten in den Griff zu bekommen.

Verengungen und chronische Entzündungen der oberen Atemwege und Bronchien, wie es zum Beispiel bei Asthma vorkommt, sind ein weiteres Einsatzgebiet der Corticoide. Sie bewirken ein Abschwellen der kleinen Luftwege und verhindern narbige Veränderungen des Gewebes.

Auch allergische Reaktionen, hauptsächlich der Haut, können durch Cortisone vermindert werden.

Bei der Addison-Krankheit liegt ein Mangel an Mineralocorticoiden im Körper vor. Die Hunde haben Durchfälle, sind häufig krank und können in eine lebensbedrohliche Addison-Krise abgleiten. Hier hilft nur eine lebenslange Ersatztherapie mit entsprechenden Tabletten.

Jeder Cortison-Langzeitpatient wird so niedrig wie möglich eingestellt. Wegen der Gefahr von Organschäden sollten mindestens alle sechs Monate die Blutwerte kontrolliert werden. Cortisongaben dürfen niemals abrupt ausgesetzt, sondern müssen langsam ausgeschlichen werden, damit der Körper die eigene Produktion langsam wieder hochfahren kann.