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Bisswunden - ein ernst zunehmendes Problem

Fast jeder Hundebesitzer kennt das Szenario: Plötzlich kommt ein unangeleinter Hund auf einen zugestürmt und stürzt sich ohne Vorwarnung auf den geliebten Vierbeiner. Im Eifer des Gefechts versucht man, die beiden Raufbolde zu trennen, was - auch für den Zweibeiner - nicht ungefährlich ist.

Im Normalfall übernimmt die Hundehaftpflichtversicherung des "Angreifers" die Kosten. Bei großen oder blutenden Wunden ist der Gang zum Tierarzt meist selbstverständlich. Je frischer eine Verletzung, umso leichter und aussichtsreicher kann diese genäht oder geklammert werden.

Oft täuscht jedoch die sichtbare Gewalteinwirkung über das tatsächliche Ausmaß des Geschehens hinweg. Die Fangzähne des Hundes sind nämlich sehr spitz und lang; Keime aus der Maulhöhle gelangen so in tiefere Areale. Kleine Einbiss-Löcher verschließen sich meist relativ schnell. Dadurch wird ein sauerstoffarmer Bereich geschaffen, indem bestimmte Bakterien sich wunderbar vermehren können. Nach wenigen Tagen kommt es dann zu einer schmerzhaften Schwellung des Wundgebietes – möglicherweise einhergehend mit eitrigen Gewebezersetzungen und getrübtem Allgemeinbefinden oder Fieber. In solchen Fällen muss die Wunde gegebenenfalls wieder eröffnet, gespült, verbunden und ein Antibiotikum verabreicht werden.

Bei Katzen sind es meist die Freigänger, die in territoriale oder hormonell-bedingte Streitigkeiten verwickelt sind. Der Gegner wird auf der Flucht oft noch in den Schwanz gebissen. Katzenzähne sind weitaus häufiger mit krankmachenden Keimen behaftet, was fast immer zur Bildung eines Abszesses führt. Dieser bleibt anfangs oft unbemerkt, wird dann jedoch nach einigen Tagen größer. Für die Tiere ist dies sehr schmerzhaft, sie lecken an der entsprechenden Stelle. Dadurch platzt die Eiterbeule entweder von selber auf oder muss ansonsten durch eine Nadelpunktion oder einen kleinen Schnitt beim Tierarzt entleert werden. Danach geht es den meisten Katzen schon wesentlich besser. Je nach Einzelfall erfolgen regelmäßige Wundspülungen und begleitende Behandlungsmaßnahmen.

Katzenbisse beim Menschen sind nicht zu unterschätzen! Selbst sofortige Spülungen mit Desinfektionsmitteln können eingedrungene Bakterien nicht am Ausbreiten hindern. Innerhalb weniger Stunden kommt es zu einer massiven Schwellung des umliegenden Gewebes. Blutvergiftungen sind nicht selten, deshalb sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.